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- 9.12.2009: Herr Qiu oder Herr Xiaolong?
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Archiv der Kategorie Asien/Naher Osten
Aktuelle Buchbestellungen
27.5.2010 by Bettina.
So schnell kann das gehen: In der heutigen Ausgabe unserer Tageszeitung rezensierte die Kulturredakteurin kein Werk, das seit Erscheinen in jeder Buchhandlung steht. Sondern eines, was in einem richtig kleinen Verlag erscheint (Edition Kathmandu), aber ganz offensichtlich führt das Buch die Bestenliste “Weltempfänger” an, eine Bestenliste, die auf unbekanntes literarisches Terrain aufmerksam machen will. Was könnte besser passen zu einem Leseprojekt, das sich demselben Ziel widmet?
So fix und spontan habe ich - glaube ich - noch nie ein Buch nach dem ersten Kontakt damit bestellt. Wer ist der Glückliche? Es dreht sich um ein Buch aus Nepal und das ist definitiv ein weißer Fleck auf der literarischen Landkarte. Nicht nur der meinen, ich wette fast, dass das 97,36541 % aller anderen Leser hier auch so geht. Bestellt habe ich:
Samrat Upadhyay - Der Liebesguru
Auch drei andere Exoten finden in Kürze den Weg zu mir. Die Philippinen werden vertreten von William Marshall mit “Manila Bay”, Indonesien kommt in Gestalt von Pramoedya Ananta Toer mit seinem Buch “Spur der Schritte” und Yvonne Vera schickt mit “Eine Frau ohne Namen” ein Buch für Zimbabwe ins Rennen.
So eine Weltreise kann ich inzwischen aus zwei Gründen empfehlen. Der Lesespaß ist nämlich nur ein Teil davon. Mindestens ebenso viel Spaß macht die Suche nach Büchern, die in all den Ländern dieser Welt spielen.
Geschrieben in Afrika, Asien/Naher Osten | Drucken | 1 Kommentar »
Ausflug nach Anatolien
10.5.2010 by Bettina.
Jüngst konnte ich einen kurzen Abstecher nach Anatolien absolvieren. Ein kurzes Büchlein, das die Bibliothek doppelt hatte und für einen Franken abgab. Und dann das: Das Buch ist vom Autor signiert! Da hat sich die Bibliothek vom falschen Exemplar getrennt, glaube ich *g* Als ich das Buch vor einigen Tagen weitergab, verursachte der Autorenname ein kurzes Kichern: “Das ist der Mann von einer Bekannten…” So klein ist die Welt also.
Wie im vorigen Posting geschildert, gehört das Buch zum Katalog des Reisebüros für die kommenden Wochen auf meiner Weltreise und mit dem Abstecher in die Türkei habe ich zugleich von der Region “Asien & Naher Osten” alle ursprünglich vorgesehenen fünf Länder der Route belesen.
In Epsioden erzählt das Buch davon, wie eine Anklage gegen einen jungen Imam einigen Dörfern indirekt etwas Gutes tut und ihnen eine Wasserleitung beschert. Mit reichlich Irrungen und aalglatt geht es beileibe nicht ab. Es würde hier vermutlich auch nicht schneller gehen, die Windungen wären nur andere, glaube ich.
Rezension
Türkei Yusuf Yeşilöz - Der Imam und die Eselin
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Mafia ist überall
13.1.2010 by Bettina.
Nicht nur in Italien. Alexandra Marinina lässt ihre Ermittlungsspezialistin Anastasija Kamenskaja eine besondere Art der Mafia in Russland finden: In der großen STADT (deren Name stets so geschrieben wird und deren reellen Namen man nie erfährt) regiert ein Mann alleine. Er hat alles unter Kontrolle und rivalisierende oder nebeneinander arbeitende Gruppen gibt es nicht. Eine interessante Hypothese? Reine Theorie oder der Realität abgeguckt?
In der STADT jedenfalls scheint das Konzept aufzugehen und die Leute leben erstaulich positiv, aufgeweckt und genießen ihr Leben; der Herrscher weiß, geschickt die Balance zu halten. Was Anastasija zwar anerkennend zur Kenntnis nimmt, ihr aber dennoch Bauchschmerzen macht, als sie diesem Herrn helfen soll, eine “illegel” operierende Bande von Kriminellen auszuheben. Denn zwischen “kriminell” und “kriminell” macht der STADT-Herr noch große Unterschiede.
Rezension
Russland Alexandra Marinina - Auf fremdem Terrain
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Herr Qiu oder Herr Xiaolong?
9.12.2009 by Bettina.
Bei meinem jüngsten Reisebeitrag fragte ich mich zu Beginn, ob ich nun ein Buch von Herrn Qiu oder ein Buch von Herrn Xiaolong gelesen habe *grübel* Soviel Verwirrung jedenfalls stammt aus China, da dort der Nachname voran gestellt wird. Die deutschen Verlage übernehmen das verständlicherweise, jedoch in meinem Fall ohne Hinweis darauf. Jetzt jedenfalls weiß ich Bescheid, was mich aber nicht daran gehindert hat, Herrn Qiu in meiner A bis Z-Krimi-Liste ganz dreist unter X zu führen.
Damit mir deshalb keiner böse ist, hier gleich der Link zur Rezension
Rezension
China Qiu Xiaolong - Tod einer roten Heldin
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Schöne Grüße von Kim Jong-il
25.11.2009 by Bettina.
Schöne Grüße von einem Staatschef, den man niemals persönlich treffen wird, dem man aber bei einem Aufenthalt in Pjöngjang am laufenden Band begegnet: Auf Bildern, Plakaten, Wandmalereien, Abzeichen, Monumenten oder oder oder … und der Opern komponiert hat, auf Anhieb Golf gespielt hat wie ein junger Gott, der bereits als Student zahlreiche bedeutende Texte geschrieben hat und auch sonst eine Menge tut, was ein Wunderkind eben können muss.
Diese Weltreisestation hat das Zeug dazu, meine ungewöhnlichste zu werden. Dank des Comiczeichners Guy Delisle konnte ich Nordkorea besuchen, das Land mit dem weltweit geringsten prozentualen Ausländeranteil. Einwanderung ist hoffnungslos unattraktiv und die Ausländer, die man trifft, sind alle nur befristet im Land. Diplomaten, Ärzte, Mitarbeiter von NGO’s (Non Government Organization) oder eben Mitarbeiter aus der Comicindustrie, die norkoreanische Zeichner anleiten.
Doch selbst da, wo man ein bisschen mehr weiß, bleiben die Informationen vage. Ob Nordkorea nun an Comicfilme wie Pocahontas zugeliefert hat, wie kolportiert wird, bleibt offen - selbst, wenn bekannt ist, dass sich einige Comicstudios dort die Klinke in die Hand geben. Auch der Aufenthalt Delisles wäre beinahe ein Geheimnis geblieben, denn er musste einen Geheimhaltungsvertrag für seinen damaligen Arbeitgeber unterzeichnen. Doch der existiert nicht mehr und damit auch keine Schweigepflicht. Gut so!
Rezension
Nordkorea Guy Delisle - Pjöngjang
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Médecins Sans Frontières
1.10.2009 by Bettina.
Die Médecins Sans Frontières, kurz MSF, machen immer wieder auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam, indem sie mit einem nachgebauten Flüchtlingslager in einer Stadt “gastieren” und dort auf die Situation in den Lagern aufmerksam machen. Eine hilfreiche Einrichtung, die es durchaus erleichtert, sich die Realität vor Augen zu führen, die für so viele Menschen den Alltag bestimmt und von der wir im Regelfall nur dann erfahren, wenn irgendwelche wenig erfreulichen Rahmenbedingungen für eine Berichterstattung in den Nachrichten reichen.
Auf der Website von MSF steht über die Zahl der Flüchtlinge: Obwohl Flüchtlingsbewegungen schon immer die Folge politischer Konflikte waren, hat die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Von 2,7 Millionen Flüchtlingen im Jahr 1976 stieg die Zahl auf 14 Millionen im Jahr 1999. Gleichzeitig nahm die Zahl der Menschen, die innerhalb ihrer Herkunftsländer vertrieben werden, kontinuierlich zu. Sie liegt heute schätzungsweise zwischen 21 und 25 Millionen.
Ich hatte die Gelegenheit, solch ein Lager in Winterthur zu sehen und bin dort auch auf eine Comic-Trilogie aufmerksam gemacht worden, die die Arbeit der MSF in Flüchtlingslagern in Afghanistan beschreibt. “Der Fotograf”, so auch der Titel, ist Didier Lefèvre, der als junger Mann die MSF 1986 nach Afghanistan begleitete. Kombiniert mit dessen Fotos entwickelte der französische Zeichner Emmanuel Guibert Jahre später einen Comic daraus. Ich habe mich heute folglich entschlossen, “Der Fotograf” als Beitrag für Afghanistan zu wählen. So erfahre ich nicht nur etwas über das Land selber, sondern gleich auch noch über die MSF, ihr Engagement und ihre Arbeit. Ich hoffe, dass ich schon bald Gelegenheit zur Lektüre habe, zeitlich passend zum Ausschlag gebenden Besuch im Flüchtlingslager.
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