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Archiv der Kategorie Amerika
Knallrot angemalt
22.6.2010 by Bettina.
ist fast der gesamte nordamerikanische Kontinent. Kunststück! Denn auch, wenn noch Grönland noch fehlen, so habe ich mit Canada, den USA und Mexiko die drei Schwergewichte bereist, die dem Kontinent auf der Weltkarte die satte Farbe geben. Allerdings kann ich nicht behaupten, dass meine beiden letzten Ziele, Mexiko und Canada, nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben.
Mit Douglas Coupland (für Canada) hatte ich zu einem Autoren gegriffen, der mir wegen Generation X ein Begriff war. Allerdings hatte ich keine konkreten Erwartungen außer der, dass ich zu einem hoffentlich guten Buch greife. Dem war nicht so, weil ich in einem knallbunten Kosmos gelandet bin, in dem mir die Orientierung fehlte. Auch mit ein wenig Abstand zur Lektüre kann ich nicht mehr mit dem schrägen Plot anfangen.
Mexiko kam mit einem Zufallsfund ins Rennen, denn das Buch von Martha Cerda lag auf einem Remittendentisch. Oft erlebe ich bei solchen Funden positive Überraschungen. Nicht aber hier, denn mysthische Erzählungen mit unerklärlichen Phänomenen und Zeitsprüngen, die sich nicht zusammenreimen, sind nicht mein Fall.
Rezensionen
Mexiko Martha Cerda - Das Leben ist ein Bolero
Canada Douglas Coupland - Alle Familien sind verkorkst
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Ausgerechnet Bananen!
10.2.2010 by Bettina.
Bei meiner literarischen Weltreise gibt es einige Mitreisende, mit denen ich Tipps und noch mehr Tipps austausche. Ein Besuch in Costa Rica weckte mein Interesse, da es im Buch unter anderem um ziemlich viele Bananen geht: Die United Fruit Company (heute unter einem anderen Namen bekannt durch ihr blaues Logo) dominiert(e) den Obsthandel in Lateinamerika und spielt damit indirekt auch die Hauptrolle im Buch Die grüne Hölle von Carlos Luis Fallas Sibaja. Der fand in den 1920er und 1930er Jahren üble Arbeitsbedingungen vor, als er selbst auf den Plantagen arbeitete - davon erzählt er in seinem Buch. Seinem Lebenslauf zufolge waren die Zustände wohl der Grund für ihn, sich politisch zu engagieren.
Just heute lag dieses Buch in meinem Briefkasten!
Eine kleine Leseüberraschung für mich von meiner Mitreisenden
Kaum hatte ich es in der Hand, fing ich an, ein bisschen nach der Firma UFC zu googlen. Dabei würden mich alleine die Suchergebnisse schon neugierig auf das Buch machen, hätte das nicht schon zuvor die Mitreisende geschafft:
In den 70 Jahren seit Erscheinen des Buchs hat sich der Name des Unternehmens geändert; vielleicht hat sich auch etwas an der Mitarbeiter- und Umweltpolitik verändert, wie man aber so hört, nicht unbedingt zum Guten. Fallas ist nicht der einzige, der die UFC literarisch verewigt hat. Im Roman “Hundert Jahre Einsamkeit” von Kolumbianer Gabriel García Márquez sei der unmenschliche Einfluss der UFC in Kolumbien ebenso Thema wie in “Canto General” vom chilenischen Autoren Pablo Neruda. Zu den literarischen Kritikern gehört ebenso Miguel Ángel Asturias aus Guatemala wie der US-amerikansiche Sänger Little Steven mit seinem Song “Bitter Fruit” oder der Autor Gore Vidal mit seinem Roman “Dark Green, Bright Red“, in dem er eine nur schwach fiktionalisierte Version der UFC einen Militärputsch in einem leicht fiktionalisierten Guatemala unterstützen lässt.
Das klingt, als hätte ich mit diesem einen Buch noch ein paar mehr auf die Merkliste bekommen …
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Mit den Fingern lesen
9.10.2009 by Bettina.
kann man meinen Weltreisebeitrag aus Venezuela. Die Grafikerin Menena Cottin hat ein Buch entworfen, um Sehenden die Wahrnehmug der Blinden etwas näher zu bringen. Dabei kombiniert sie eine auffällige und ansprechende Aufmachung des Buchs mit einem Exkurs über Farben, die als solche nie auftauchen - eine Kombination, die die Diskrepanz in der Wahrnehmung auf attraktive Art deutlich macht.
Rezension
Venezuela Menena Cottin - Das schwarze Buch der Farben
Über die Entstehung des Namens Venezuela gibt es zwei Legenden (siehe Wikipedia). Bemerkenswert finde ich, dass beide Legenden ihre Quellen offensichtlich in derselben Schiffsmannschaft haben. Amerigo Vespucci habe Pfahlbauten an der Küste der Guajira-Halbinsel gesehen und diese hätten ihn an Venedig erinnert. Aus “Venezia” sei dann “Venezuela” entstanden.
Martín Fernández de Enciso war Mitglied der gleichen Mannschaft und er wiederum kommt auf eine ganz andere Herkunft: Bei ihm leitet sich der Name schlicht von einem bewohnten Felsen namens “Veneciuela“ ab.
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Uruguay verfolgt mich ;-)
7.10.2009 by Bettina.
Zu den elementaren Bestandteilen meiner Weltreise gehört eine Merkliste, auf der ich Länder und potenzielle Autoren notiere, sobald ich über sie stolpere. Unter Uruguay stand da über Wochen hinweg der Name von Cristina Peri Rossi. Sie hatte ich auserkoren, weil die hiesige Bibliothek Bücher von ihr zur Verfügung hatte. Der Zufall wollte es, dass ich letzte Woche ein Buch von ihr im Remittendentisch fand. Wunderbar! Ich wollte schon zugreifen, als ich den Titel sah und mir den Klappentext von Die Zigarette. Leben mit einer verführerischen Geliebten näher anschaute. Eine Kulturgeschichte und eine Liebeserklärung an die Zigarette war das wohl. Nichts für eine Nichtraucherin.
Auf der Merkliste gab es nach diesem Bummel also nichts zu streichen. Bis gestern. Ganz unerwartet zog ich einUruguay-Buch aus dem Regal, ein Franken sollte es kosten und da habe ich kurzentschlossen zugegriffen:
Mario Delgado Aparaín - Februarmond
Cristina Peri Rossi verschwand also doch von der Merkliste, wenn auch ganz anders, als ich mir das vorgestellt habe.
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Überall sonst ist es besser
8.7.2009 by Bettina.
findet jedenfalls Fernando Vallejo, wenn er an sein Heimatland Kolumbien denkt. In seinem autobiografisch geprägten Roman “Der Abgrund” hat er kein gutes Wort für dieses Land übrig und er macht auf 190 Seiten keinen Hehl daraus, dass ihm auch sonst nichts an Land und Leuten liegt (”… jedes Jahr dreißigtausend Ermordete in diesem geisteskranken Land …”). Nicht einmal seine Familie verschont er - mit Ausnahme seines Lieblingsbruders Darío, von dessen Tod das Buch (abgesehen von den Meckereien) handelt.
Vallejo lebt seine Abneigung konsequent: Er kehrte Kolumbien 1971 den Rücken und zog nach Mexiko. 2007 bekam er die mexikanische Staatsbürgerschaft und postwendend gab er die kolumbianische Staatsbürgerschaft auf.
Die Landeshauptstadt Bogotá wurde von der UNESCO zur Welthauptstadt des Buches 2007 gekürt und hat sich damit gegen Konkurrenten wie z. B. Amsterdam (wurde es dann 2008) und Wien durchgesetzt. Das ist natürlich ein Fundstück, dass ich im Zusammenhang mit einer literarischen Weltreise besonders bemerkenswert fand. Der Titel wird seit 2001 jährlich vergeben und auch, wenn man in Deutschland vielleicht nicht viel von kolumbianischer Literatur mitbekommt, so muss der Preis ein Zeichen dafür sein, dass in diesem Land eine attraktive und lebendige Literatur exisitiert.
Bekanntester kolumbianischer Schriftsteller ist der Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez, von dem ich allerdings nur sagen kann, dass da eine Bildungslücke klafft. Bekannteste kolumbianische Musikerin ist Shakira und die Lücke klafft definitiv nicht.
Rezension
Kolumbien Fernando Vallejo - Der Abgrund
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Zwischen Lebenslust und Melancholie
26.11.2008 by Bettina.
… pendelt Leonardo Paduras Teniente Mario Conde, ein Ermittler aus dem kubanischen Havanna. Dessen alter Schulkamerad Rafael Morín ist verschwunden und “El Conde” muss sich auf die Suche machen - ausgerechnet, hatte doch damals Rafael, nicht Mario das attraktivste Mädchen der Schule abschleppen dürfen.
Der Spagat zwischen arm und reich scheint sich in Cuba ganz besonders durch die Abschottung ausgeprägt zu haben: Im Haus der Diplomatentochter fehlt es an so gut wie nichts; die Mutter Rafaels lebt zwar in einer ärmlichen Einzimmerwohnung, bekommt vom Sohn aber Chanel No.5 geschenkt. Morín muss einfach Dreck am Stecken haben und mit einem Täter aus höheren sozialen Schichten bricht Padura mit früheren Klischees: Das war zu Zeiten des staatlich geförderten sozialistischen Kriminalromans nicht möglich.
Interessant zudem auch der gute Einblick in die verschiedenen Lebenssituationen der Kubaner: Padura erzählt aus Berufs- und Privatleben, von der Schule und dem Studium und überlässt dabei den Lesern die Einsicht, welche ganz eigenen Gewächse die Revolution im Alltag bildet. Dieser Krimi ist eines der Bücher, bei denen ich gerne einen Bildanhang gehabt hätte. Ein Glück, dass mein Mann eine Handvoll Fotos aus dem Schrank holen konnte und ich nun weiß, was es mit der Bar Floridita auf sich hat.
Rezension
Cuba Leonardo Padura - Das perfekte Leben
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