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Archiv der Kategorie Afrika
Aktuelle Buchbestellungen
27.5.2010 by Bettina.
So schnell kann das gehen: In der heutigen Ausgabe unserer Tageszeitung rezensierte die Kulturredakteurin kein Werk, das seit Erscheinen in jeder Buchhandlung steht. Sondern eines, was in einem richtig kleinen Verlag erscheint (Edition Kathmandu), aber ganz offensichtlich führt das Buch die Bestenliste “Weltempfänger” an, eine Bestenliste, die auf unbekanntes literarisches Terrain aufmerksam machen will. Was könnte besser passen zu einem Leseprojekt, das sich demselben Ziel widmet?
So fix und spontan habe ich - glaube ich - noch nie ein Buch nach dem ersten Kontakt damit bestellt. Wer ist der Glückliche? Es dreht sich um ein Buch aus Nepal und das ist definitiv ein weißer Fleck auf der literarischen Landkarte. Nicht nur der meinen, ich wette fast, dass das 97,36541 % aller anderen Leser hier auch so geht. Bestellt habe ich:
Samrat Upadhyay - Der Liebesguru
Auch drei andere Exoten finden in Kürze den Weg zu mir. Die Philippinen werden vertreten von William Marshall mit “Manila Bay”, Indonesien kommt in Gestalt von Pramoedya Ananta Toer mit seinem Buch “Spur der Schritte” und Yvonne Vera schickt mit “Eine Frau ohne Namen” ein Buch für Zimbabwe ins Rennen.
So eine Weltreise kann ich inzwischen aus zwei Gründen empfehlen. Der Lesespaß ist nämlich nur ein Teil davon. Mindestens ebenso viel Spaß macht die Suche nach Büchern, die in all den Ländern dieser Welt spielen.
Geschrieben in Afrika, Asien/Naher Osten | Drucken | 1 Kommentar »
Doppelpasch
20.5.2010 by Bettina.
Wirklich bemerkenswert: Manchmal kommt man wochenlang nicht weg vom Fleck, danach sammelt man innert kürzester Zeit Lesemeilen wie verrückt. Bei mir ging der Flug zunächst in die Türkei, von dort nach Neuseeland und vom anderen Ende der Welt ging es mit einem Zwischenstopp in der Elfenbeinküste wieder nach Hause.
Der Türkei war ja bereits mein voriger Eintrag gewidmet. Mit Neuseeland betrat ich - zumindest literarisch gesehen - kein Neuland, da ich Ngaio Marsh schon als Kind gerne gelesen habe und für diese Reise gerne bei ihr Station gemacht habe. Ich wüsste keinen Krimi von ihr, der in Neuseeland spielt, aber der Geburtsort zählt…
…wie auch bei meinem Abstecher in die Elfenbeinküste, den ich in Begleitung von Ahmadou Kourouma gemacht habe. Ich hatte in der Bibliothek ein Hörbuch aus der Reihe “Afrika erzählt” ergattert und das war eine gute Wahl. Kourouma ist wie seine Titelperson Koyaga beim Militärdienst gewesen, eben auch in Indochina. Koyaga selbst gerät durch ein Missverständnis zum Militär: In der Sprache der Malinké kannte man nur ein Wort für Kampf, Streit und Krieg. Für Koyaga also selbstverständlich, dass er sich als unerschrockener Kämpfer bei den Franzosen behaupten muss. Den Unterschied lernt er schnell und er überlebt im Gegensatz zu vielen Kameraden die Einsätze.
Kourouma hat mit seiner kritischen Haltung lange im Exil gelebt. Nach der Geburt in der Elfenbeinküste und der Schulzeit in Malilebt er nach 1964 im Exil in Algerien, Kamerun und Togo, bevor er wieder in die Heimat zurückkehren darf. Kourouma erhält u. a. den Grand Prix littéraire de l’Afrique noire und den Prix Renaudot. Seit 2004 gibt es übrigens einen Preis, der Kouroumas Namen trägt: Der Prix Ahmadou Kourouma vom Internationalen Salon des Buches und der Presse in Genf verliehen. Ausgezeichnet wird ein Roman oder Essay, der sich mit dem Afrika südlich der Sahara befasst - so die Ausschreibung.
Rezensionen
Elfenbeinküste Ahmadou Kourouma - Die Nächte des großen Jägers
Neuseeland Ngaio Marsh - Ouvertüre zum Tod
Geschrieben in Australien/Ozeanien, Afrika | Drucken | 1 Kommentar »
Politische Ansichten
29.12.2009 by Bettina.
… verbreitet Nuruddin Farah zuhauf in seinem Roman “Vater Mensch”. Mein Beitrag über Somalia, den ich vor über zwei Jahren im Baumarkt ergattert habe. Die Lektüre war nicht allzu erhellend, weil ich oft genug fast eingeschlafen wäre - ich gebe es zu. Hauptperson Deeriye und seine Theorien über den Staat und Recht und so weiter halten einen wirklich nicht wach und ich empfehle künftigen Lesern jedenfalls die Lektüre zu helleren Zeiten. Einen Reread / eine Wiederholungslektüre werde ich selbst nicht wagen. Ob es einfacher ist, wenn man die anderen beiden Teile zuvor gelesen hat?
“Vater Mensch” ist der dritte Teil der Trilogie Variationen über das Thema einer afrikanischen Diktatur. Die Trilogie ist locker zwanzig Jahre alt, hat für ihre deutsche Übersetzung allerdings erst um das Jahr 2000 herum einen Verlag gefunden. Unzeitgemäß ist Farahs Text damit allerdings noch lange nicht, den krisengeschüttelt ist Somalia nach wie vor und die Schwelle zwischen dem Frieden und dem Griff zur Waffe ist klein. Dafür gibt es bei Farah noch eine kleine Portion somalische Geschichte, denn Deeriye kennt die Zeiten der italienischen Kolonialherrschaft. Genauso wenig eine Zeit des Zuckerschleckens wie die Zeit danach. Die Geschichte Somalias liest sich wieder Bericht über ein Puzzlespiel, das kein Ende findet:
Das Land am Horn von Afrika entstand aus dem Zusammenschluss zweier Kolonialgebiete: Britisch Somaliland und Italienisch-Somaliland; diese wurden 1960 gemeinsam unabhängig. Danach gab es eine autoritäre Regierung, die 1991 gestürzt wurde und seither gab es offensichtlich keine einzige international anerkannte Regierung. Das Puzzle geht weiter, denn die existierende (Übergangs-)Regierung regiert nur theoretisch fast alles: Der Norden des Landes ist als Somaliland unabhängig, von der internationalen Gemeinschaft allerdings nicht anerkannt und auch ansonsten haben lokale Clans und andere mitunter mehr zu sagen. Nicht zuletzt gibt es weitere Gebiete, die gerne unabhängig wären. Da Farahs Buch von 1983 ist, sollte bei Interesse an der zeitnahen Situation zu anderer Lektüre gegriffen werden.
Rezension
Somalia Nuruddin Farah - Vater Mensch
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Zur Abwechslung ein Kinderbuch
17.11.2009 by Bettina.
Meine Afrikareise hat mir ein Kinderbuch beschert. Das fiel mir in der Bibliothek in die Hände, als ich gerade etwas Passendes für meine Tochter suchte. Dabei passte es für mich einiges besser *g*Der Ausflug zu den Kinderbüchern hat sich in diesem Fall nicht so richtig gelohnt, da ich das Buch zu wenig als ghanesich empfand.
In Ghana gibt es 79 verschiedenen Sprachen und Idiome - eine verblüffende Vielfalt. In welcher Sprache das Lied der bunten Vögel geschrieben ist, konnte ich allerdings nicht herausfinden; dafür verriet mir eine Bekannte allerdings, dass die Übersetzung des Liedtextes wenig mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat.
Wer Alternativen für Ghana sucht, dem sei die Liste ghanaischer Schriftsteller der Wikipedia empfohlen, aus der ich mich bei Gelegenheit wahrscheinlich auch noch bedienen werde.
Rezension
Ghana Kobna Anan / Omari Amonde - Das Lied der bunten Vögel
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Von Schrecken und Terror
18.8.2009 by Bettina.
Keine leichte Kost bietet Yasmina Khadra, ein algerischer Autor, der die Vornamen seiner Frau als Pseudonym gewählt hat. Seit 2000 lebt er im französischen Exil und wer eines seiner Bücher gelesen hat, versteht wahrscheinlich, warum seine Werke zumindest bei fundamentalistisch geprägten Algeriern nicht gut ankommen. Dabei steht er nicht nur ihnen kritisch gegenüber, sondern nennt durchaus die Ursachen beim Namen, denn die wirtschaftlichen Probleme - die mehr schlecht als recht bekämpft werden - machen es radikalen Gruppen einfach.
Das Buch spielt in den 1990er Jahren und ich habe im Web gesurft, um die Hintergründe wenigstens ein bisschen einordnen zu können. Ganz ohne Hintergrundwissen ging es nicht. Kürzel und Namen sind im Buch meist in Fußnoten erklärt und dennoch helfen ein Blick ins Lexikon oder ein Klick ins Netz. Islam hin oder her, Khadras Dorf Ghachimat könnte überall sein, eine Blaupause für ein Dorf inmitten eines beginnenden Terrorregimes.
Rezension
Algerien Yasmina Khadra - Die Lämmer des Herrn
Algerien ist nach dem Sudan das zweitgrößte Land Afrikas. Interessant fand ich den Wikipedia-Exkurs über die Bevölkerung: Die Bevölkerungsverteilung ist sehr ungleich; 96 % der Einwohner leben im Norden auf einem Fünftel der Staatsfläche. Wen verwundert’s, wenn der Waldanteil gerade mal 2 % beträgt und etwa vier Fünftel des Landes nahezu vegetationslos sind und man seit Jahren versucht, die weitere Ausbreitung der Wüsten mit Aufforstungsprojekten einzudämmen.
Für die Fans von Trivial Pursuit-Wissen hier noch ein Detail: Rabah Madjer war der erste Fußballspieler Afrikas, der mit seinem portugiesischen Club FC Porto die Champions League gewinnen konnte.
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Un Peuple, un But, une Foi
10.11.2008 by Bettina.
… ein Volk, ein Ziel, ein Glaube - so der Wahlspruch des Senegal, in den mich meine jüngste Reiseetappe führte. Das Hörbuch aus der Bibliothek landete überdurchschnittlich schnell auf dem Plattenteller (sozusagen…). Siehe da, ich landete in einem Land, von dem ich herzlich wenig Ahnung hatte. Die Hauptstadt Dakar ist bekannt, spätestens, seit Jutta Kleinschmidt 2001 die Rallye Dakar gewinnen konnte. Bei meinen Recherchen stellte ich fest, dass ich immerhin auch den Musiker Youssou N’Dour kenne, der in der Hauptstadt einen Club betreibt und dort auch selber immer wieder auftritt.
Seit 1960 ist der Senegal unabhängig von Frankreich und dennoch dominiert dieses Land die Träume vieler Senegalesen: Salie, die Erzählerin des Hörbuchs, lebt in Strasburg und ihr kleiner Bruder Madické will unbedingt nachkommen und ein berühmter Fußballer werden. Dass zu große Träume an der französischen Realität nur scheitern können, hat Salie jedoch zu genau erfahren und vom Spagat zwischen Traum und Wirklichkeit erzählt eindrucksvoll dieses Hörbuch:
Rezension
Senegal Fatou Diome - Der Bauch des Ozeans
Übrigens: Das Hörbuch ist immer wieder mit senegalesischer Musik untermalt und am Ende gibt es einen schönen Titel am Stück zu hören. Leider habe ich nirgends einen Hinweis gefunden, ob das nicht zufällig Youssou N’Dour ist oder welcher Künstler sonst dafür ausgewähl wurde ![]()
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