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- 31.10.2011: Da vergeht der Appetit
- 3.10.2011: Naurus Nachbarn
- 3.10.2011: 21 Quadratkilometer
- 13.8.2011: Ich brauche eine Pause
- 12.8.2011: Täglich grüßt Melancholie
- 12.8.2011: Komisches Buch
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Verfasser-Archiv
21 Quadratkilometer
3.10.2011 by Bettina.
groß war eines meiner jüngsten Reiseziele. Ganz so lange wollte ich also doch keine Reisepause machen. Ich beginne am besten mit der Anreise dorthin:
Der einladende Autor erzählt, dass schon der Kauf der Tickets abenteuerlich war, weil keiner so recht wusste, wohin er wollte. Als die Tickets dann da waren, ging es von Frankreich erst nach Australien, dann auf die Fidschis. Dort wurde der Flieger voll gepackt mit Menschen und Gütern gleichermaßen und dann ging es nach einem Zwischenstopp auf Kiribati zum Ziel. Der Flieger geht im Anschluss noch auf die Salomon Islands, bevor er auf die Fidschis zurückkehrt. Wie das Ziel heißt? Zum Mitschreiben: NAURU!
Diese winzige Insel war dank des Bodenschatzes Phosphat (wichtig für Dünger) einst ein echtes Wirtschaftswunderland, das aber vor lauter Wunder die Realität vergessen hat. Die Insel schwamm im Geld und keiner hat auch nur ansatzweise wahrhaben wollen, dass Geld nicht unendlich ist - und dass letztlich auch die mickrige Insel nicht ewig Phosphat würde hergeben können. Beim Ausgeben haben schlechte Ratgeber aus dem Auslad tatkräftig geholfen, denn die hatten vorrangig vor, ihre eigenen Geldbeutel auf Naurus Kosten zu füllen.
Alles in allem hat der Franzose Luc Folliet eine sehr spannende und lehrreiche Geschichte recherchiert. Ich finde es absolut lesenswert, über wirtschafltiche Spinnereien zu lesen, die in ähnlicher Form immer wieder passieren und auch aktuell zu passieren scheinen. Da Nauru so unbekannt ist, lässt sich schwerlich sagen, ob jemand was aus dem Fall dieses Staates lernt. Doch wäre es wirklich anders, wenn Nauru bekannter wäre?
Rezension
Nauru Luc Folliet - Nauru, die verwüstete Insel
Geschrieben in Australien/Ozeanien | Drucken | 1 Kommentar »
Ich brauche eine Pause
13.8.2011 by Bettina.
weil meine letzten Reisen nach Portugal und Südafrika wirklich beide kurz vor dem Kollaps gestanden haben. Zweimal hintereinander standen beide Lektüren wegen Langeweile kurz vor dem Abbruch. Nun schiffe ich mich kurzerhand erst einmal nach Frankreich und nach Italien ein, bevor ich mich an neue Ziele mache.
Vorhanden sind eine Menge, vor allem die aus der Bibliothek haben gerade Vorrang, da ich nicht beliebig verlängern kann. Nach dem Füllen meiner Leselusttanks stehen der Libanon, Georgien sowie die Mongolei zur Auswahl.
Geschrieben in Sonstiges | Drucken | 1 Kommentar »
Täglich grüßt Melancholie
12.8.2011 by Bettina.
“Der letzte Fado” ist mein Portugal-Ausflug überschrieben.Und nachdem ich nachgeschlagen habe, was Fado eigentlich ist, passt dieser Titel bestens zum gesamten Buch. Wikipedia klärt mich auf, ein Fado handle meist von unglücklicher Liebe, der Sehnsucht nach besseren Zeiten und “drückt jenen Schmerz aus, der die Portugiesen miteinander verbinden soll”. Vor allem enthalte der Fado saudade.
Unter diesem Stichwort geht die ganze Tragik weiter: “eine spezifisch portugiesische Form des Weltschmerzes”. Übersetzungen wie Traurigkeit, Wehmu, Sehnsucht oder Melancholie würden nur einigermaßen passen. “Das Wort steht für das nostalgische Gefühl, etwas Geliebtes verloren zu haben, und drückt oft das Unglück und das unterdrückte Wissen aus, die Sehnsucht nach dem Verlorenen niemals stillen zu können, da es wohl nicht wiederkehren wird.”
Auwei! Ich habe eine Überdosis davon abbekommen und angesprochen hat mich das Buch vor lauter saudade gar nicht. Soviel für meine Begriffe grundlose Melancholie ist ziemlich ermüdend und nicht umsonst sagt wohl eine der Personen auf einer Reise auch, sie wolle viel schlafen. Ich habe mit Ach und Krach mitbekomme, wer wen und warum umgebracht hat, weil ich irgendwann die saudade gar nicht mehr lesen wollte, sondern nur noch quergelesen habe, damit ich noch genug Mumm zum Rasen mähen, mit Filz basteln, Zähne putzen, Geschirrspüler ausräumen, Marmelade kochen etc behalte. Man müsse Portugiese sein, um saudade zu verstehen, heißt es. Ich sehe das ganz genauso.
Rezension
Portugal Francisco José Viegas - Der letzte Fado
Geschrieben in Europa | Drucken | 1 Kommentar »
Komisches Buch
12.8.2011 by Bettina.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie grausam Einsamkeit auf einer südafrikanischen Farm sein kann, sieben Wegstunden vom nächsten Nachbarn entfernt. Ich frage mich aber auch, warum sich Europäer ausgerechnet in flirrender, wenig lebensfreundlicher Hitze breitmachen mussten und so eine Gegend freiwillig als Kolonialherren bezogen haben.
Magda jedenfalls hat - vielleicht gerade wegen Hitze und Einsamkeit? - für meine Begriffe richtig einen Hau wegbekommen. Warum auch immer, Coetzee erklärt das in seinem Buch nicht richtig. Er erklärt überhaupt sehr wenig und seine Magda lässt alles richtig in der Schwebe - nie weiß man, was sie nun herbeispinnt und was Realität ist.
Für einen Eindruck von Südafrika zu Zeiten der Apartheid taugt dieses Buch nichts; es ist zu sehr ein Kammerspiel, fokussiert auf diese eine Farm mitten im Niemandsland. Auf einen Eindruck aber hatte ich spekuliert, zumal Coetzee 2003 den Literaturnobelpreis erhielt. In seiner Pressemeldung zum Preis würdigte das Komittee dieses Buch so:
One element in his next novel, In the Heart of the Country, is the portrayal of psychosis. A careworn spinster living with her father observes with distaste his love affair with a young coloured woman. She has fantasies of murdering both of them, but everything seems to indicate that she decides rather to immure herself in a perverse pact with the house servant. The actual sequence of events cannot be determined, as the reader’s only sources are her notes, where lies and truths, crudeness and refinement alternate capriciously line by line. The high-flown Edwardian literary style of the woman’s monologue harmonises strangely with the surrounding African landscape.
Ich bin mir mit dem Komittee in einigen Punkten wirklich einig, aber speziell aus diesem Buch kann ich die Faszination für Coetzee nicht nachvollziehen. Wobei mir hier der Autor grundsätzlich einen neuen Versuch Wert ist. Auswahl habe ich ja genug.
Rezension
Südafrika J.M. Coetzee - Im Herzen des Landes
Geschrieben in Afrika | Drucken | 1 Kommentar »
Gehässiges Terrain
27.7.2011 by Bettina.
Außer ein wenig Schulwissen über Lage und ungefähre Größe ist nicht viel über dieses Land da und immerhin hatte ich ein klitzekleines déjà vu, als der Name des Staatschefs auftauchte, in dessen Regierungszeit die Handlung des Buchs fällt: Enver Hoxha.
Während ich über das heutige Albanien nach wie vor Nachholbedarf habe, weiß ich zumindest, dass ich mit dem historischen Albanien unter Hoxha zum Glück nichts zu tun hatte. Wer sich über die DDR noch wundert, wird über das Albanien dieser Zeit noch viel mehr erschrecken.
Auf wahrhaft gehässiges Terrain führte mich Ornela Vorpsi, mit der ich meine Etappe nach Albanien bestritten habe. Als hätte die Partei nicht schon genug Druck aufgebracht, machen sich die Menschen das Leben gegenseitig zusätzlich schwer mit Missgunst, Hass und Niedertracht. Gut, dass das Buch kurz war und ich mit der nächsten Station vielleicht freundlichere Gefilde erreiche.
Rezension
Albanien Ornela Vorpsi - Das ewige Leben der Albaner
Geschrieben in Europa | Drucken | 1 Kommentar »
Ich wollt’ doch bloß …
27.6.2011 by Bettina.
… Kinderbücher ausleihen, um etwas Wartezeit in der Stadt zu überbrücken. Wer mich kennt, wird sich bei so einem Satz schon seinen Teil denken: “Wenn sie schon in der Bibliothek ist, spickt sie auch nach Büchern für sich selbst.” Recht gehabt. Ich habe einen Ausflug in die Comic-Abteilung gemacht und - jupps - genau an diesem Tag war das gesuchte Buch da: Guy Delisles gezeichnete Reiseerinnerungen an Birma.
Birma, Burma oder Myanmar? Genau genommen nennt sich das Land seit 1989 offiziell Myanmar (in der Langfassung: Pyidaungsu Thamada Myanmar Naing-Ngan-Daw), das wurde von der UNO auch so anerkannt. Einzelne Länder aber wollen die Militärjunta nicht anerkennen, die seit diesem Jahr regiert und bleiben daher bei der alten Bezeichnung. Deutschland gehört zu den Ländern, in denen Myanmar nach wie vor Birma/Burma ist.
Selbstverständlich spielt im Buch auch “die Dame” eine Rolle. So nennen die Einheimischen ihre Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die nur wenige Straßen von Delisles damaligem Wohnhaus entfernt wohnt. Die Gelegenheit, wenigstens ihr Haus zu sehen, bekam er allerdings nicht. 2005 war die Straße zunächst lange abgesperrt und als die Straße am Haus vorbei endlich wieder frei war, sah Delisle nur hohe Mauern und Bäume.
Nach meinem Ausflug nach Afghanistan, auf dem ich die Médecins sans frontières begleitete, begegnete mir diese Organisation in Delisles Buch wieder: Delisles Frau Nadège arbeitet für MSF und auf Grund eines Einsatzes von ihr kam er nach Birma.
Rezension
Birma Guy Delisle - Aufzeichnungen aus Birma
Geschrieben in Asien/Naher Osten | Drucken | 1 Kommentar »