Archive für Februar 2012

Reise auf den Balkan

Von der Schweiz aus ging es mit dem nächsten Buch auf den Balkan - wörtlich gemeint: Gefahren auf einer Ducati, gelenkt von der Privatermittlerin Jasmin Meyer. Mit diesem Buch mache ich die leichte ungenaue Einteilung meines letzten Buches unter “Sudan” wieder wett, denn es geht in den Kosovo, über den Wikipedia schreibt:

Der völkerrechtliche Status des Landes ist umstritten. Am 17. Februar 2008 proklamierte das Parlament die Unabhängigkeit des Territoriums von Serbien. 86 der 193 UN-Mitgliedsstaaten erkennen die Republik Kosovo als unabhängig an, zugleich wird sie aber von der UN als Teil Serbiens betrachtet.

Hier jedenfalls setze ich meine Lesereise der gewünschten Unabhängigkeit entsprechend fort, denn in Serbien war ich schon. Nur die Weltkarte von World66, die ich benutze, ist in dieser Hinsicht gar nicht aktuell, denn hier wird alles noch unter “Serbien und Montenegro” geführt, was im Fall von Montenegro seit 2006 schon nicht mehr stimmt und im Fall des Kosovo seit 2008. Fehlt noch ein Buch aus Montenegro, dann stimmt die derzeit fehlerhafte Einfärbung mit meiner literarischen Reise überein.

Zum Territorium des Kosovo gehört auch der Nordkosovo, in dem allerdings so viele Serben wohnen, dass die Unabhängigkeit der Kosovaren hier nicht anerkannt wird. Um die Stabilität zu gewährleiste, ist unter anderem die Schweizer Armee mit der Swisscoy vor Ort aktiv - untergebracht im Camp Casablanca, das in Petra Ivanovs aktuellem Buch eine tragende Rolle bekommt.

Rezension
Kosovo Petra Ivanov - Tatverdacht

Ein bisschen Sudan …

… oder ein bisschen Ägypten? Bei meiner Reise in den Sudan habe ich zum wiederholte Mal nicht zu 100% die unfassbar strengen Kriterien erfüllt: Der Autor ist in England geboren, im Sudan aufgewachsen und sein Protagonist arbeitet im ägyptischen Kairo, doch ist Flüchtling aus dem Sudan. Der Sudan ist also nicht zu 100% drin. Und als Topping gibt es noch die Frage, was ich mit dem Südsudan anfange. Das Buch spielt 1998, wurde 2012 veröffentlicht - und just 2011 teilte sich das Land in die Republik Sudan und den Südsudan auf. Gehen wir mal zu meinen Gunsten davon aus, dass Bilal 2011 im Januar, zum Zeitpunkt des Referendums über die Unabhängigkeit, noch geschrieben hat, dann mache ich es mir in diesem Fall sehr einfach: Bilal hat mein Sudan-Buch geliefert (ich mache diese Bananenbiegerei mit dem nächsten Buch wieder wett, versprochen).

In Rückblicken erfährt der Leser im Buch einige unschöne Details aus dem Sudan, dem Land, in dem Kommissar Makana lange Jahre gearbeitet hat und aus dem er Anfang der 1990er Jahre fliehen musste.

Der Sudan zählt nach wie vor zu den ärmsten Entwicklungsländern in Afrika. Dabei müsste das eigentlich gar nicht sein, wenn man liest, dass das Land eigentlich über ziemlich viele Bodenschätze verfügt. Erdölfelder beispielsweise, von denen noch nicht einmal alle erschlossen sein sollen. Ein wichtiges Exportgut ist zudem die Baumwolle und der Sudan liefert etwa 80% der Weltproduktion von Gummiarabiku (siehe Wikipedia). Dem Land könnte es wirtschaftlich besser gehen (doch das ist ein uferloses Thema …).

Rezension
Sudan Parker Bilal - Die dunklen Straßen von Kairo

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