Archive für 3.10.2011

Naurus Nachbarn

habe ich im Anschluss besucht: Die Solomonen. Ich gebe zu, bei diesem Reiseziel zählt nicht der Autor, sonder nur der Schauplatz: Eigentlich dreht es sich im Buch einer amerikanischen Autorin um amerikanische Broadway-Schauspielerinnen. Doch die waren im 2. WK tatsächlich in der Südsee unterwegs, um den dort stationierten Soldaten mit Shows Motivation und Unterhaltung zu bringen. Organisiert wurde das von der USO (United Service Organizations), die 1941 gegründet wurde. Die USO ist bis heute aktiv.

Die Solomonen, eine Inselgruppe im Pazifik, waren Schauplatz intensiver Kämpfe zwischen den USA und Japan war. Ganz in der Nähe des Buchschauplatzes Tulagi fand zuvor eine lange Schlacht um die Insel Guadalcanal statt und auch im Buch gehören Passagen über immer wieder stattfindende Gefechte zum Geschehen. Mehr als 40 Schiffe sind während des Krieges nördlich von Guadalcanal versenkt worden und die einst Savo Sound genannte Meerenge heißt seither Ironbottom Sound.

Rezension
Solomonen Kathryn Miller Haines - Miss Winter lässt nicht locker

21 Quadratkilometer

groß war eines meiner jüngsten Reiseziele. Ganz so lange wollte ich also doch keine Reisepause machen. Ich beginne am besten mit der Anreise dorthin:

Der einladende Autor erzählt, dass schon der Kauf der Tickets abenteuerlich war, weil keiner so recht wusste, wohin er wollte. Als die Tickets dann da waren, ging es von Frankreich erst nach Australien, dann auf die Fidschis. Dort wurde der Flieger voll gepackt mit Menschen und Gütern gleichermaßen und dann ging es nach einem Zwischenstopp auf Kiribati zum Ziel. Der Flieger geht im Anschluss noch auf die Salomon Islands, bevor er auf die Fidschis zurückkehrt. Wie das Ziel heißt? Zum Mitschreiben: NAURU!

Diese winzige Insel war dank des Bodenschatzes Phosphat (wichtig für Dünger) einst ein echtes Wirtschaftswunderland, das aber vor lauter Wunder die Realität vergessen hat. Die Insel schwamm im Geld und keiner hat auch nur ansatzweise wahrhaben wollen, dass Geld nicht unendlich ist - und dass letztlich auch die mickrige Insel nicht ewig Phosphat würde hergeben können. Beim Ausgeben haben schlechte Ratgeber aus dem Auslad tatkräftig geholfen, denn die hatten vorrangig vor, ihre eigenen Geldbeutel auf Naurus Kosten zu füllen.

Alles in allem hat der Franzose Luc Folliet eine sehr spannende und lehrreiche Geschichte recherchiert. Ich finde es absolut lesenswert, über wirtschafltiche Spinnereien zu lesen, die in ähnlicher Form immer wieder passieren und auch aktuell zu passieren scheinen. Da Nauru so unbekannt ist, lässt sich schwerlich sagen, ob jemand was aus dem Fall dieses Staates lernt. Doch wäre es wirklich anders, wenn Nauru bekannter wäre?

Rezension
Nauru Luc Folliet - Nauru, die verwüstete Insel

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