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Täglich grüßt Melancholie
“Der letzte Fado” ist mein Portugal-Ausflug überschrieben.Und nachdem ich nachgeschlagen habe, was Fado eigentlich ist, passt dieser Titel bestens zum gesamten Buch. Wikipedia klärt mich auf, ein Fado handle meist von unglücklicher Liebe, der Sehnsucht nach besseren Zeiten und “drückt jenen Schmerz aus, der die Portugiesen miteinander verbinden soll”. Vor allem enthalte der Fado saudade.
Unter diesem Stichwort geht die ganze Tragik weiter: “eine spezifisch portugiesische Form des Weltschmerzes”. Übersetzungen wie Traurigkeit, Wehmu, Sehnsucht oder Melancholie würden nur einigermaßen passen. “Das Wort steht für das nostalgische Gefühl, etwas Geliebtes verloren zu haben, und drückt oft das Unglück und das unterdrückte Wissen aus, die Sehnsucht nach dem Verlorenen niemals stillen zu können, da es wohl nicht wiederkehren wird.”
Auwei! Ich habe eine Überdosis davon abbekommen und angesprochen hat mich das Buch vor lauter saudade gar nicht. Soviel für meine Begriffe grundlose Melancholie ist ziemlich ermüdend und nicht umsonst sagt wohl eine der Personen auf einer Reise auch, sie wolle viel schlafen. Ich habe mit Ach und Krach mitbekomme, wer wen und warum umgebracht hat, weil ich irgendwann die saudade gar nicht mehr lesen wollte, sondern nur noch quergelesen habe, damit ich noch genug Mumm zum Rasen mähen, mit Filz basteln, Zähne putzen, Geschirrspüler ausräumen, Marmelade kochen etc behalte. Man müsse Portugiese sein, um saudade zu verstehen, heißt es. Ich sehe das ganz genauso.
Rezension
Portugal Francisco José Viegas - Der letzte Fado