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Komisches Buch
Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie grausam Einsamkeit auf einer südafrikanischen Farm sein kann, sieben Wegstunden vom nächsten Nachbarn entfernt. Ich frage mich aber auch, warum sich Europäer ausgerechnet in flirrender, wenig lebensfreundlicher Hitze breitmachen mussten und so eine Gegend freiwillig als Kolonialherren bezogen haben.
Magda jedenfalls hat - vielleicht gerade wegen Hitze und Einsamkeit? - für meine Begriffe richtig einen Hau wegbekommen. Warum auch immer, Coetzee erklärt das in seinem Buch nicht richtig. Er erklärt überhaupt sehr wenig und seine Magda lässt alles richtig in der Schwebe - nie weiß man, was sie nun herbeispinnt und was Realität ist.
Für einen Eindruck von Südafrika zu Zeiten der Apartheid taugt dieses Buch nichts; es ist zu sehr ein Kammerspiel, fokussiert auf diese eine Farm mitten im Niemandsland. Auf einen Eindruck aber hatte ich spekuliert, zumal Coetzee 2003 den Literaturnobelpreis erhielt. In seiner Pressemeldung zum Preis würdigte das Komittee dieses Buch so:
One element in his next novel, In the Heart of the Country, is the portrayal of psychosis. A careworn spinster living with her father observes with distaste his love affair with a young coloured woman. She has fantasies of murdering both of them, but everything seems to indicate that she decides rather to immure herself in a perverse pact with the house servant. The actual sequence of events cannot be determined, as the reader’s only sources are her notes, where lies and truths, crudeness and refinement alternate capriciously line by line. The high-flown Edwardian literary style of the woman’s monologue harmonises strangely with the surrounding African landscape.
Ich bin mir mit dem Komittee in einigen Punkten wirklich einig, aber speziell aus diesem Buch kann ich die Faszination für Coetzee nicht nachvollziehen. Wobei mir hier der Autor grundsätzlich einen neuen Versuch Wert ist. Auswahl habe ich ja genug.
Rezension
Südafrika J.M. Coetzee - Im Herzen des Landes