Archive für November 2010

Vierter Bibliotheksausweis

Wie, noch einer? Ja! Noch einer!

An sich habe ich genug Lesestoff für die nächsten vier Jahre im Regal. Aber es gibt auch Gelegenheiten, die darf man nicht verstreichen lassen, auch, wenn  das gehortete Lesefutter dann für die kommenden vier Jahre und zwei Wochen reicht. Die Gelegenheit in diesem Fall bringt mir mein Reiseziel Namibia näher. Und zwar nicht einfach mit einem Buch, sondern mit einer Leserunde, noch dazu vom Autoren begleitet. In solch einem Fall müssen gesonderte Mittel bereitgestellt werden. In diesem Fall war es notwendig, mal eben in einen vierten Bibliotheksausweis zu investieren. Lohn der Aktion:

Bernhard Jaumann - Die Stunde des Schakals

Wer mit Bernhard Jaumann nicht viel anfangen kann, für den wird’s jetzt höchste Zeit. Bitte folgen Sie unverzüglich den folgenden Links zu seiner Website - hier - oder zu Bleisatz selbst, wo ich schon einige Bücher von ihm rezensiert habe - hier. Und dann nichts wie ab in die Bibliothek: Jaumann ausleihen!

Spontaner Ausflug

Als 54. Land der Reise hatte ich fest Angola angepeilt. Doch wie heißt es so schön: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Urplötzlich stand der Irak auf der Reiseroute förmlich im Weg. Die nette Bibliothekarin drückte mir beim letztem Besuch nicht nur ein Buch mit wärmsten Empfehlungen in die Hand, sie dekorierte ein weiteres interessantes Buch ganz augenfällig im Regal, so dass man gleich das Cover mit dem Schlagwort “Irak” vor Augen hatte. Und wenn ich während der Weltreise eines gelernt habe, dann ist das das spontane Zugreifen, wenn sich Chancen ergeben.

So kam ich zum Buch von Susanne Fischer, die über ihre Arbeit für das Institute for War & Peace Reporting IWPR. Im März ging Fischer nach Suleimania (oder Sulaimaniyya), im kurdischen Norden des Irak, um dort vor Ort Journalisten auszubilden. Sie verlängerte ihren Aufenthalt sogar und arbeitet derzeit wieder für das IWPR, diesmal Syrien.

Suleimania liegt in der autonomen Region Kurdistan, hat über 800.000 Einwohner und wird oft als das „Paris des Irak“ bezeichnet; die Stadt gilt auch als Kurdistans „säkularste“, also mehr dem Weltlichen als dem Religiösen zugewandte Stadt.

Ein sehr interessantes Buch, wie ich finde, das berufliche wie persönliche Eindrücke eindrucksvoll schildert und Fischer bemüht sich sehr darum, zwischen der Akzeptanz lokaler, fremder Traditionen und kritischer Betrachtung von Unterschieden zu differenzieren. Wenn es auch schwer fällt, manchmal die Grenze zu ziehen, wie sie findet, gerade bei Frauenfragen - denen sie als weibliche Journalistentrainerin freilich anders begegnet als möglicherweise männliche Kollegen. Alles hat zwei Seiten und gut wird so ein solches Sachbuch dann, wenn es gelingt, zwischen den Seiten zu vermitteln. Hier ist es gelungen.

Rezension
Irak Susanne Fischer - Meine Frauen-WG im Irak

Ich liebe Landkarten

Eine nette kleine Spielerei ist das, dieses Klicken von Häkchen :-)

Deshalb kommen meine Reisepläne zur Abwechslung mal wieder per Karte von World66. Verzeichnet sind Aserbaidschan, Irak, Pakistan und Kiribati. Letzteres ist eine real existierende Insel in der Südsee, auch wenn die Karte dies nicht vermuten lässt. Es hat bei der betreffenden Inselgröße leider nicht einmal für ein rotes Pixelchen gereicht…

Das Irak-Buch lese ich gerade, es hat sich noch vor das Angola-Buch geschummelt. Die anderen drei Bücher gehören zum Projekt SUB-Abbau Nummer 8, für den ich gerade eben die geplanten sechs Bücher ausgewählt habe.

Die Frauen meines Vaters

- dieser Buchtitel machte mich neugierig. Heute frisch mit der Post eingetroffen ist mein kommender Beitrag zu Angola, geschrieben von José Eduardo Agualusa. Das Besondere daran: Ich werde dieses Buch in einer Leserunde lesen und mich mit anderen online austauschen. Im Forum von Literaturschock geht es am 19.11. los und ich freue mich, wenn sich der eine oder andere noch anschließt.

Angola wird meine 10. afrikanische Reisestation und meine 54. Station auf der Weltreise.

Kann ich Euch mit einer Kurzbeschreibung noch neugieriger machen?

Faustino Manso, ein berühmter angolanischer Musiker, hinterlässt nach seinem Tod sieben Frauen und 18 Kinder. Als seine jüngste Tochter Laurentina, eine in Portugal lebende Filmemacherin, von ihrem Vater erfährt, reist sie nach Angola, um das turbulente Leben des verstorbenen Musikers nachzuzeichnen. Faustinos Spuren führen Laurentina und ihre drei Mitreisenden Mandume, Bartolomeu und Pouca Sorte durch Küstenstädte des südlichen Afrika, von Angola über Namibia nach Südafrika und Mosambik. Auf ihrer Suche lernen sie Faustinos Frauen, Musikerkollegen und Kinder kennen, und es entsteht das Bild eines vielseitigen, aber auch widersprüchlichen Mannes, der durch Charme und Musik einen tiefen Eindruck im Leben vieler Menschen hinterlassen hat.
Parallel dazu schildert José Eduardo Agualusa seine eigene, reale Reise mit der englischen Dokumentarfilmerin Karen Boswall und dem Fotografen Jordi Burch. Die Pfade beider Reisen liegen so nah beieinander, dass Wirklichkeit und Fiktion zu sich gegenseitig bedingenden und Spannung erzeugenden Gefährten werden. Leicht, humorvoll und vielstimmig breitet Agualusa ein Panorama des südlichen Afrika aus, seiner kolonialen Vergangenheit und seiner kulturellen und gesellschaftlichen Gegenwart. 

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