Archive für August 2010

Merkwürdige Stilblüte

Einige Mitreisende bei diesem Weltreise-Projekt recherchieren intensiv, um neue Lektüre aufzutreiben - vor allem Lektüre, die so original wie möglich ist. Das führt dann beispielsweise dazu, dass diese Mitreisenden Buchhandlungen auf den Kleinen Antillen anschreiben, um einheimische Autoren zu finden. Mich fasziniert diese Akribie ganz ungeheuer!

Jüngst folgte auf einen ersten Kontakt per Mail die “richtige” Post, ein schöner Brief nach Anguilla, der für Bücher-Nachschub sorgen sollte. Doch der Brief kommt und kommt nicht an… Nachfragen ergaben, dass die Deutsche Post (ja, genau die!) das schöne Anschreiben nach Angola verfrachtet hat. Der arme Postbote hat sich vermutlich verfahren, ist im Hamburger Hafen gelandet und aus einem fürchterlichen Versehen heraus auf ein Schiff geraten.

Da hat er sich bloß um rund fünf Zeitzonen verhauen, um rund 9000 km Luftline und mit ein bisschen Meer dazwischen. Vielleicht hätte es per Flaschenpost ja auch geklappt…

Das erinnert mich an einen Kommentar, den ich gerade erst gelesen habe: 1879 wurden im belgischen Lüttich Katzen für den Briefversand in die umliegenden Dörfer eingesetzt. (Quelle: Unnützes Wissen auf Facebook und Danke Simonne für den Hinweis) Wenn so eine Katze aus Versehen Richtung Meer läuft und als blinder Passagier auf ein Schiff gerät - nicht auszudenken, wo die Post 1879 gelandet ist!

Ein kleiner Trost: Eine Beschwerde bei der Deutschen Post bringt als Entschädigung für die Umstände einen netten Design-Brieföffner.

Brieföffner von der Deutschen Post

Eine weitere Pleite, diesmal ‘ne echte

Oh, was hatte ich mich vor einiger Zeit gefreut, dass ich bei billigbuch.de (spezialisiert auf Remittenden und Restexemplare) ein Buch für die Philippinen und eines für Indonesien aufgestöbert hatte. Doch aus der Lektüre wurde nix. An einem Tag X meldete das Unternehmen Insolvenz an. Das ist jetzt aus zweierlei Hinsicht ärgerlich:

1. Ich muss jetzt natürlich diese beiden Länder nochmals irgendwo suchen. Was aber machbar und so arg nicht ist.
2. Die Firma hatte zwar den Betrieb eingestellt, ließ aber die ganzen Server mit all ihren Autorespondern weiterlaufen, sodass noch nach Insolvenzanmeldung die Zahlung bei mir angemahnt wurde und  auch der Versand nach eingegangener Zahlung bestätigt worden war. Bis ich gemerkt habe, dass von billigbuch nie mehr Post kommen wird, hat es also noch ein paar Tage gedauert.

Punkt 2 stößt dann schon sehr sauer auf. Auf ein Neues also und ich setze mich bei Gelegenheit nochmals an den Compi, um neuen Reiseproviant zu organisieren.

Luja, sog i!

Jüngst durfte ich einer ungewöhnlichen Audienz beim Papst beiwohnen. Hatte der es doch mit einem Anschlag auf seinen engsten Vertrauen zu tun und betätigte sich recht erfolgreich als Ermittler. Vespa fahrend, übrigens.

Das Buch ist der Erstling des Autorenduos Johanna Alba und Jan Chorin und ich fand das Buch so witzig geschrieben, dass ich glatt auch einen Zweitling lesen würde. Dabei finde ich, dass die zwei Autoren nicht nur ein lockeres Lesevergnügen zustande gebracht haben, sondern auch Themen angeschnitten haben, die gar nicht so gerne diskutiert werden, die aber einfach da sind und daher wohl kaum außen vor bleiben können. Seit Jahren zum Beispiel wachsen zahlreiche Kinder ohne Vater auf, weil derjenige ein Amt in der katholischen Kirche hat und sich nicht offen zum Kind bekennen kann. Der Aufruf “Liebet eure Nächsten” ist offensichtlich nicht ganz unproblematisch…

Die Rezension wird heute ausnahmsweise ins Forum von Literaturschock verlinkt, wo die literarische Weltreise ihren Anfang nahm und das dann auch als kleines Dankeschön, weil die Weltreisenden und dieser Blog im jüngsten Literaturschock-Magazin erwähnt worden sind :-)

Rezension
Vatikan Johanna Alba & Jan Chorin - Hallelujah!

Zack in die Zeitung

Nicht zu fassen: Man liest sich rund um die Welt, schreibt munter Rezensionen und denkt selbstverständlich an nichts anderes als an das nächste Reiseziel (in Form eines Buchs freilich). Und eines Tages findet man das Projekt “literarische Weltreise” in einem Literatur-Magzin wieder. So geschehen im Literaturschock-Magazin Ausgabe 8, das das Projekt zum Thema gemacht hat. Ich finde es klasse, dass die inzwischen mehr als drei Jahre laufende Reiseunternehmung von den Magazin-Redakteuren aufgegriffen wurde und sie damit vielleicht noch ein paar Leuten mehr Lust auf so eine Reise machen (mehr als 40 sind schon dabei). Fein, fein, auch dieser Blog bekommt eine kleine Erwähnung *schmacht*

Übrigens: Für das Magazin an sich sollte man sich ruhig ein wenig Zeit lassen, es ist einfach klasse, von einigen Enthusiasten auf die Beine gestellt, und wer es noch nicht kennt, kann auch die vorherigen sieben Ausgaben downloaden. Ich übernehme keine Garantie dafür, dass die Einkaufskörbe nach der Magazin-Lektüre leer bleiben ;-)

|