Ausgerechnet Bananen!

Bei meiner literarischen Weltreise gibt es einige Mitreisende, mit denen ich Tipps und noch mehr Tipps austausche. Ein Besuch in Costa Rica weckte mein Interesse, da es im Buch unter anderem um ziemlich viele Bananen geht: Die United Fruit Company (heute unter einem anderen Namen bekannt durch ihr blaues Logo) dominiert(e) den Obsthandel in Lateinamerika und spielt damit indirekt auch die Hauptrolle im Buch Die grüne Hölle von Carlos Luis Fallas Sibaja. Der fand in den 1920er und 1930er Jahren üble Arbeitsbedingungen vor, als er selbst auf den Plantagen arbeitete - davon erzählt er in seinem Buch. Seinem Lebenslauf zufolge waren die Zustände wohl der Grund für ihn, sich politisch zu engagieren.

Just heute lag dieses Buch in meinem Briefkasten!

Eine kleine Leseüberraschung für mich von meiner Mitreisenden :-)

Kaum hatte ich es in der Hand, fing ich an, ein bisschen nach der Firma UFC zu googlen. Dabei würden mich alleine die Suchergebnisse schon neugierig auf das Buch machen, hätte das nicht schon zuvor die Mitreisende geschafft:

In den 70 Jahren seit Erscheinen des Buchs hat sich der Name des Unternehmens geändert; vielleicht hat sich auch etwas an der Mitarbeiter- und Umweltpolitik verändert, wie man aber so hört, nicht unbedingt zum Guten. Fallas ist nicht der einzige, der die UFC literarisch verewigt hat. Im Roman “Hundert Jahre Einsamkeit” von Kolumbianer Gabriel García Márquez sei der unmenschliche Einfluss der UFC in Kolumbien ebenso Thema wie in “Canto General” vom chilenischen Autoren Pablo Neruda. Zu den literarischen Kritikern gehört ebenso Miguel Ángel Asturias aus Guatemala wie der US-amerikansiche Sänger Little Steven mit seinem Song “Bitter Fruit” oder der Autor Gore Vidal mit seinem Roman “Dark Green, Bright Red“, in dem er eine nur schwach fiktionalisierte Version der UFC einen Militärputsch in einem leicht fiktionalisierten Guatemala unterstützen lässt.

Das klingt, als hätte ich mit diesem einen Buch noch ein paar mehr auf die Merkliste bekommen …

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