Archive für Dezember 2009

Politische Ansichten

… verbreitet Nuruddin Farah zuhauf in seinem Roman “Vater Mensch”. Mein Beitrag über Somalia, den ich vor über zwei Jahren im Baumarkt ergattert habe. Die Lektüre war nicht allzu erhellend, weil ich oft genug fast eingeschlafen wäre - ich gebe es zu. Hauptperson Deeriye und seine Theorien über den Staat und Recht und so weiter halten einen wirklich nicht wach und ich empfehle künftigen Lesern jedenfalls die Lektüre zu helleren Zeiten. Einen Reread / eine Wiederholungslektüre werde ich selbst nicht wagen. Ob es einfacher ist, wenn man die anderen beiden Teile zuvor gelesen hat?

“Vater Mensch” ist der dritte Teil der Trilogie Variationen über das Thema einer afrikanischen Diktatur. Die Trilogie ist locker zwanzig Jahre alt, hat für ihre deutsche Übersetzung allerdings erst um das Jahr 2000 herum einen Verlag gefunden. Unzeitgemäß ist Farahs Text damit allerdings noch lange nicht, den krisengeschüttelt ist Somalia nach wie vor und die Schwelle zwischen dem Frieden und dem Griff zur Waffe ist klein. Dafür gibt es bei Farah noch eine kleine Portion somalische Geschichte, denn Deeriye kennt die Zeiten der italienischen Kolonialherrschaft. Genauso wenig eine Zeit des Zuckerschleckens wie die Zeit danach. Die Geschichte Somalias liest sich wieder Bericht über ein Puzzlespiel, das kein Ende findet:

Das Land am Horn von Afrika entstand aus dem Zusammenschluss zweier Kolonialgebiete: Britisch Somaliland und Italienisch-Somaliland; diese wurden 1960 gemeinsam unabhängig. Danach gab es eine autoritäre Regierung, die 1991 gestürzt wurde und seither gab es offensichtlich keine einzige international anerkannte Regierung. Das Puzzle geht weiter, denn die existierende (Übergangs-)Regierung regiert nur theoretisch fast alles: Der Norden des Landes ist als Somaliland unabhängig, von der internationalen Gemeinschaft allerdings nicht anerkannt und auch ansonsten haben lokale Clans und andere mitunter mehr zu sagen. Nicht zuletzt gibt es weitere Gebiete, die gerne unabhängig wären. Da Farahs Buch von 1983 ist, sollte bei Interesse an der zeitnahen Situation zu anderer Lektüre gegriffen werden.

Rezension
Somalia
Nuruddin Farah  - Vater Mensch

Herr Qiu oder Herr Xiaolong?

Bei meinem jüngsten Reisebeitrag fragte ich mich zu Beginn, ob ich nun ein Buch von Herrn Qiu oder ein Buch von Herrn Xiaolong gelesen habe *grübel* Soviel Verwirrung jedenfalls stammt aus China, da dort der Nachname voran gestellt wird. Die deutschen Verlage übernehmen das verständlicherweise, jedoch in meinem Fall ohne Hinweis darauf. Jetzt jedenfalls weiß ich Bescheid, was mich aber nicht daran gehindert hat, Herrn Qiu in meiner A bis Z-Krimi-Liste ganz dreist unter X zu führen.

Damit mir deshalb keiner böse ist, hier gleich der Link zur Rezension ;-)

Rezension
China Qiu Xiaolong - Tod einer roten Heldin

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