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Schöne Grüße von Kim Jong-il
Schöne Grüße von einem Staatschef, den man niemals persönlich treffen wird, dem man aber bei einem Aufenthalt in Pjöngjang am laufenden Band begegnet: Auf Bildern, Plakaten, Wandmalereien, Abzeichen, Monumenten oder oder oder … und der Opern komponiert hat, auf Anhieb Golf gespielt hat wie ein junger Gott, der bereits als Student zahlreiche bedeutende Texte geschrieben hat und auch sonst eine Menge tut, was ein Wunderkind eben können muss.
Diese Weltreisestation hat das Zeug dazu, meine ungewöhnlichste zu werden. Dank des Comiczeichners Guy Delisle konnte ich Nordkorea besuchen, das Land mit dem weltweit geringsten prozentualen Ausländeranteil. Einwanderung ist hoffnungslos unattraktiv und die Ausländer, die man trifft, sind alle nur befristet im Land. Diplomaten, Ärzte, Mitarbeiter von NGO’s (Non Government Organization) oder eben Mitarbeiter aus der Comicindustrie, die norkoreanische Zeichner anleiten.
Doch selbst da, wo man ein bisschen mehr weiß, bleiben die Informationen vage. Ob Nordkorea nun an Comicfilme wie Pocahontas zugeliefert hat, wie kolportiert wird, bleibt offen - selbst, wenn bekannt ist, dass sich einige Comicstudios dort die Klinke in die Hand geben. Auch der Aufenthalt Delisles wäre beinahe ein Geheimnis geblieben, denn er musste einen Geheimhaltungsvertrag für seinen damaligen Arbeitgeber unterzeichnen. Doch der existiert nicht mehr und damit auch keine Schweigepflicht. Gut so!
Rezension
Nordkorea Guy Delisle - Pjöngjang