Archive für 11.8.2009

Land 37: Laos

Weil die Reisen gerade so schön sind, gleich noch der Reiseeindruck aus dem einzigen Binnenland Südostasiens.

Ein wirklich exotisches Setting habe ich dort erlebt. Nicht nur, was das Land angeht, sondern auch bei Protagonisten und Umfeld. Wer würde schon eine Krimiserie starten mit einem 72 Jahre alten Pathologen, der diesen Job noch nicht einmal machen will? Zum Zeitpunkt, zu dem dieser Blogeintrag entsteht, hat Cotterill nach eigenen Angaben immerhin schon sechs Folgen von Dr. Siri fertig geschrieben. Dem alten Herrn ist also noch lange kein Ruhestand vergönnt. Wie ihm Genosse Kham bereist im ersten Band klar macht, arbeitet man im kommunistischen Laos so lange, wie man sich bewegen kann. Mir soll es zumindest literarisch gesehen Recht sein, denn an dem alte Herrn habe ich mein Gefallen gefunden.

Rezension
Laos Colin Cotterill - Dr. Siri und seine Toten

Des Rätsels Lösung

lautet Samoa. Wer am linken Bildrand genau hinschaut, erkennt in der unteren Bildhälfte drei kleine Punkte, von denen der obere rot angepinselt ist. Dort war ich unterwegs mit einer Familiensaga, die laut einer Kritikerin eine Art samoanische Buddenbrooks sei. Die Geschichte von Albert Wendt erzählt, wie das Clanoberhaupt Tauilopepe raffiniert mit der Technik der ausländischen “Papalagi” seinen Clan zum bedeutendsten und reichsten im Ort Sapepe macht; dabei bleiben aber viele Menschen - selbst in der eigenen Familie - auf der Strecke. Soviel Machtausübung und Kälte ruft früher oder später Feinde auf den Plan.

Ursprünglich wollte ich bei Samoa Wendts Buch “Der Clan von Samoa” lesen und erst das Suchen im Internet zeigte, dass ich eigentlich doch genau das Buch erwischt hatte, das ich wollte *seufz* Ein anderer Verlag, eine andere Auflage, ein anderer Titel …

Rezension
Samoa Albert Wendt - Die Blätter des Banyanbaums

Samoa ist ein zweigeteilter Inselstaat: Der westliche Teil ist Samoa (bzw. auch Westsamoa), der östliche Teil gehört zu den USA. Das Buch spielt auf der Insel Upolu, auf der die Hauptstadt Apia liegt.

Wie Wikipedia schreibt, entschuldigte sich 2002 Helen Clark, Premierministerin Neuseelands, offiziell für die „inkompetente und unangemessene Behandlung Samoas während der ersten Jahre neuseeländischer Verwaltung“. Eine Ahnung davon, wie der latente Rassismus ausgesehen hat, gibt das Buch ab dem zweiten Teil deutlich wieder. Zwar erhielt Samoa am 1. Januar 1962 erhielt West-Samoa als erstes fremd beherrschtes Land Polynesiens seine Unabhängigkeit wieder, aber die “Papalagi” und ihre Einflüsse behielten das Land dennoch in ihren Händen.

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