Archive für April 2009

Lieber Krimi statt Zeitungsartikel

Nachdem ich bereits bei Irland einen zweiten Versuch ins Rennen geschickt hatte, erledige ich das hiermit auch für die Schweiz. In diesem Fall bin ich bei einem Buch gelandet, das mir ungeheuer gut gefallen hat und das mich tatsächlich in Gefahr bringt: Statt brav weiter um die Welt zu reisen, würde ich die nächsten Wochen am liebsten mit den Folgebänden dieses Krimis verbringen:

Rezension
Schweiz Petra Ivanov - Fremde Hände

Der Krimi dreht sich um Zwangsprostitution und besonders um Minderjährige, die auf dem Balkan in die Hände von skrupellosen Menschenhändlern geraten. Problematisch in der Schweiz bei der Verbrechensbekämpfung ist der rechtliche Status der Frauen, da nicht deren Opferrolle die Hauptrolle spielt, sondern ihr illegaler Aufenthaltsstatus. Offizielle Stellen schätzen, dass jährlich rund 3000 Frauen illegal in die Schweiz eingeschleust werden.

Ivanov schrieb das Buch, nachdem sie in Albanien über Zwangsprostitution recherchiert hatte, sich aber kein Artikel in der schweizer Presse unterbringen ließ - kein Interesse, zu negativ, kein Lokalbezug, nicht neu genug … Man kann’s Kriminellen halt auch einfach machen.

Ich liebe Zufallsfunde

Biblioheken haben schöne Kataloge und geben sich viel Mühe damit, dort Schlagworte, Titel und Autoren einzupflegen. Ist mir meistens aber völlig wurscht. So wie heute. Ich bin einfach die Regale entlang spaziert, habe auf die Namen gelinst und alles angefingert, was nach “unbekannt & unbereist” aussah. Und wieder ein Treffer! Diesmal ist es:

Kolumbien Fernando Vallejo - Der Abgrund

den ich statt des ursprünglich geplanten Buchs ins Rennen schicke. Derzeit weile ich auf einer Reise in die USA per Buch und einer Reise nach Paris und Cannes per Hörbuch, sodass ich mich erst in einigen Tagen nach Kolumbien aufmachen werde.

Bemerkenswert ist allerdings, dass ich heute bereits zum sechsten Mal unverrichteter Dinge aus dem Comic-Bereich abziehen musste. Grund: Marjane Satrapi, die mit Persepolis eigentlich meinen Beitrag für den Iran leisten soll. Das Buch war bisher bei keinem Besuch verliehen, war jedoch stets unauffindbar. Dabei bin ich eigentlich der Meinung, dass ich das Alphabet einigermaßen im Griff habe und zwischen R und T suchen sollte. Das muss ich vielleicht einfach so hinnehmen und als Eigenart der Bibliothek akzeptieren, denn ein Ausflug zu Edgar Allan Poe ergab, dass die Morde in der Rue Morgue ebenfalls zu haben gewesen wären, aber eben nicht unter P (sowie A oder E - um sämtliche potenziellen Sortierungsmöglichkeiten abzudecken). Auch die Suche bei benachbarten Buchstaben blieb ergebnislos, sodass der Iran noch eine Weile unbereist bleiben wird.

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