Zwischen Lebenslust und Melancholie

… pendelt Leonardo Paduras Teniente Mario Conde, ein Ermittler aus dem kubanischen Havanna. Dessen alter Schulkamerad Rafael Morín ist verschwunden und “El Conde” muss sich auf die Suche machen - ausgerechnet, hatte doch damals Rafael, nicht Mario das attraktivste Mädchen der Schule abschleppen dürfen.

Der Spagat zwischen arm und reich scheint sich in Cuba ganz besonders durch die Abschottung ausgeprägt zu haben: Im Haus der Diplomatentochter fehlt es an so gut wie nichts; die Mutter Rafaels lebt zwar in einer ärmlichen Einzimmerwohnung, bekommt vom Sohn aber Chanel No.5 geschenkt. Morín muss einfach Dreck am Stecken haben und mit einem Täter aus höheren sozialen Schichten bricht Padura mit früheren Klischees: Das war zu Zeiten des staatlich geförderten sozialistischen Kriminalromans nicht möglich.

Interessant zudem auch der gute Einblick in die verschiedenen Lebenssituationen der Kubaner: Padura erzählt aus Berufs- und Privatleben, von der Schule und dem Studium und überlässt dabei den Lesern die Einsicht, welche ganz eigenen Gewächse die Revolution im Alltag bildet. Dieser Krimi ist eines der Bücher, bei denen ich gerne einen Bildanhang gehabt hätte. Ein Glück, dass mein Mann eine Handvoll Fotos aus dem Schrank holen konnte und ich nun weiß, was es mit der Bar Floridita auf sich hat.

Rezension
Cuba Leonardo Padura - Das perfekte Leben

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