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Archive für März 2008
Der Segen eines Freihandarchivs
26.3.2008 by Bettina.
Ach ja, eigentlich war ich auf der Suche nach meinem Buch aus Tonga. Gefunden hab ich’s auch, aber ein Zufallsfund wenige Bücher weiter ließ mich meine Reiseplanung über den Haufen werfen. Im Keller der Bibliothek stehen Archivregale, die sich mit Handrädern verschieben lassen; die entstehenden Gänge sind erfahrungsgemäß immer sehr eng und freilich ein Eldorado für begleitende Kinder. Besagtes Kind begann also, fröhlich Bücher nach hinten zu schubsen, heraus zu nehmen oder darin zu blättern. Ich hinterher und mühsam um Ordnung besorgt. Bis ein Buch in der Kinderhand auftauchte, dessen Schnittkanten schwarz eingefärbt waren und dem die Ecke oben rechts abgeschnitten war. Da war auch meine Neugier geweckt.
Der Titel klang klasse und der Autor war noch dazu aus Brasilien. Was will man als Weltreisende mehr? Seht selbst:
Rezension
Brasilien Paulo Rangel - Die Ermordung des Kriminalromans
Was ich im Nachhinein gemerkt habe: Einige Websiten führten dieses Buch unter “Jugendbuch”. Nun gut, es ist kein Buch, in dem das Blut trieft oder in dem es ein Kindern nicht zuträgliches Übermaß an Gewalt gibt; aber als Jugendbuch habe ich es nicht empfunden.
Geschrieben in Amerika | Drucken | 1 Kommentar »
Es läuft gerade so gut
21.3.2008 by Bettina.
Gerade erst zwei Länder bereist und schon wieder saß ich ohne Jetlag sher lange im virtuellen Flieger, um Australien zu besuchen. Am anderen Ende der Welt traf ich auf einen Privatermittler mit einer großen Klappe und einem Hang, am Rande der Legalität zu arbeiten. Von ihm zu lesen machte Spaß; literarische gesehen zwar ein typischer Vertreter seines Standes, aber mit Biss und Humor geschrieben. Selbst mit Spuren von nächtlichen Zusammenstößen mit Unbekannten im Gesicht kann er noch schräge Witze machen - wenn auch nur für sich selbst, verstehen würde ihn mit seiner dicken Lippe ohnehin keiner.
Rezension
Australien Susan Geason - Fish vor die Hunde
Geschrieben in Australien/Ozeanien | Drucken | 1 Kommentar »
1 Jahr Weltreise
7.3.2008 by Bettina.
Heute feiert meine literarische Weltreise einjähriges Jubiläum. Wie wäre es mit einem kleinen Zwischenfazit?
Schnell hat sich herauskristallisiert, dass ich keinesfalls nur die geplanten 30 Länder lesen würde. Eine Mitlesende brachte mich auf die Idee, sämtliche Fundstücke zu integrieren. Das brachte zwei Effekte mit sich: Ich lerne sehr viel mehr Länder kennen und muss mich mittlerweile auch ein bisschen sputen, dass ich die geplanten Ziele nicht völlig den Zufallsfunden unterordne. Aus 5 Ländern für Europa sind inzwischen 13 geworden, zwei weitere stehen drängelnd im Regal. Wie vor kurzem schon geschrieben (im Blog siehe hier), stehe ich in zwei anderen Regionen dafür noch ziemlich mager da.
Im letzten Jahr hat sich meine Jagdmethode sicher etwas verändert. Ich schaue viel gezielter nach Namen, verzichte auf den Griff zu Bekanntem. Warum denn schon wieder angelsächsische Autoren lesen, wenn ich statt dessen einen Ausflug ins bisher unbekannte Marokko, nach Chile oder Neuseeland machen kann? Nach wie vor lese ich gerne und viel aus meinem klassischen Beuteschema, aber mein Spektrum hat sich erfreulich geweitet.
Nicht nur optisch kann sich die Weltreise sehen lassen, finde ich. Meine heißgeliebte Weltkarte umfasst aktuell 25 Länder:
Die Türkei, Russland, Brasilien sowie die Schweiz werden in den kommenden Wochen folgen und die Karte weiter erröten lassen.
Die Reiseroute auf einen Blick
Ägypten, Argentinien, Australien, Belgien, Botswana, Chile, Deutschland, Großbritannien, Finnland, Frankreich, Indien, Irland, Island, Israel, Japan, Kenia, Norwegen, Peru, Schweden, Serbien, Sri Lanka, Ukraine, Ungarn, USA.
Geschrieben in Weltreise | Drucken | 1 Kommentar »
Hurtig, hurtig
5.3.2008 by Bettina.
Ja, ich habe noch einen Monat bis Ablauf der Ausleihfrist - aber die beiden Weltreise-Bücher meiner jüngsten Ausleihe lockten sehr. Also habe ich jede freie Minute mit ihnen verbracht. Dabei fiel mir mal wieder auf, wie erfreulich kurz manche Autoren schreiben können. Kurz nicht, weil ich dann schneller fertig wäre. Aber kurz, weil sie mit wenig Worten viel erzählen können und keine langen Abhandlungen brauchen. Ich bin nun mal kein Fan von Schwafelei und mache um allzu dicke Bücher einen Bogen.
Pablo De Santis Ausgangspunkt - Sprachen, Geheimsprachen, vergessene Sprachen - hätte manch ein anderer ausgewalkt und zur Untermauerung viele langweilige Dialoge um die Bedeutung und Entwicklung von Sprache eingefügt. Ich erinnere mich dunkel an Umberto Ecos dicken Schinken um die Rose, in dem ich ellenlange Diskussionen über juristische, religiöse und philosophische Themen überblätterte musste, weil mich die Mordserie deutlich mehr interessierte.
Rezensionen
Argentinien Pablo De Santis - Die Übersetzung
Sri Lanka Nury Vittachi - Der Fengshui-Detektiv
Geschrieben in Asien/Naher Osten, Amerika | Drucken | 2 Kommentare »
Regel 1: Inkonsequenz
3.3.2008 by Bettina.
Wo stecke ich nun diesen oder jenen Autoren hin? Wohin gehört dieses oder jenes Land? Rückblickend stelle ich fest, dass ich eine ganze Menge spontaner Entscheidungen zugelassen habe, die ganz unterschiedlichen Regelungen folgten. Beispiele gefällig?
- Botswana & Indien: Die Autoren waren britische, deren Geschichten in den jeweiligen Ländern spielten. Ein Fauxpas, den ich mir mit Büchern von Paul Coelho nicht leisten wollte. Von ihm, einen Brasilianer, hätte ich zwei Bücher vorrätig, nehme sie aber nicht, weil beide nicht in Brasilien spielen.
- Russland & Türkei: Teile der Länder liegen in Europa, andere in Asien/Naher Osten. Was nun? Beide stecke ich ohne Skrupel zur zweiten Auswahl, weil einfach deutlich mehr Quadratkilometer des Landes dort statt in Europa zu finden sind.
Immerhin, meine Reisen führen mich laufend um die Welt und vielleicht sortiere ich um, ersetze oder korrigiere. Genauso ergeht es mir schließlich auch mit meiner ursprünglichen Einteilung des amerikanischen Kontinents, der kein bisschen nach den Ratschlägen von wikipedia geschah. Neuordnung nicht ausgeschlossen…
Geschrieben in Weltreise | Drucken | Keine Kommentare »