Archive für Februar 2008

Sträflich vernachlässigt

Auf meiner Weltreise bin ich schon gut herumgekommen. Was auf alle Fälle noch bereist werden sollte, sind folgende Länder der ursprünglich geplanten Reiseroute:

Europa: Portugal
Afrika: Algerien - Marokko - Südafrika
Süd- und Zentralamerika: Brasilien - Kolumbien - Panama
Asien & Naher Osten: Syrien - Türkei
Nordamerika & Karibik: Canada - Cuba - Jamaica - Mexiko - Puerto Rico
Australien & Ozeanien: Australien - Neuseeland - Pitcairn Island - Samoa - Tonga

Bei meinem jüngsten Blick auf die bereisten Länder aber fielen mir zwei klaffende Lücken auf: Australien/Ozeanien sowie Nordamerika & Karibik. Aus der ersten Region habe ich in der Tat noch nicht ein einziges Buch gelesen, aus der zweiten nur eines, das noch nicht einmal auf der geplanten Route lag :-o

Sofortige Abhilfe tut Not und mir kam ein Zufallsfund gerade Recht:

Australien Susan Geason - Fish vor die Hunde

Keine marktfrische Ware sozusagen, aber das stört micht gar nicht. Es ist ein Krimi, es ist ein für mich neuer Ermittler und das alleine zählt. Dafür verspreche ich als Ausgleich, mir möglichst bald auch ein weiteres Buch aus dieser Region zu organisieren, damit die Lücken am anderen Ende der Welt nicht so auffällig groß bleiben. Das Buch von Robert Merle über Pitcairn Island bekomme ich hier sogar - auf französisch! In der Sprache habe ich schon lange nichts mehr gelesen und umso mehr sollte ich vielleicht auf dieses Buch achten.

In die städtische Bibliothek gehe ich ohnehin gerne, da die in einem sehr alten Haus untergebracht ist, mit Sichtmauerwerk und wunderbar restauriert. Man sollte es nicht glauben, aber man hat sieben Stockwerke dort zur Verfügung.

Neue Fundstücke

Diesmal ging ich gut vorbereitet in die Biblothek der nahen Stadt, um einige Lücken zu füllen. Die zufälligen Routenänderungen dominieren nämlich und die ursprünglich geplanten Länder geraten ein wenig ins Hintertreffen. Die Katalogsuche bei der städtischen Bibliothek ergibt, dass ich zwei weitere Reiseziele dort bekomme:

Sri Lanka Nury Vittachi - Der Fengshui-Detektiv
Argentinien Pablo De Santis - Die Übersetzung

Bei Pablo De Santis bekomme ich zwar nicht das geplante Buch, aber der Autor selber ist zu finden. Ein Treffer, den ich nicht mit jedem Namen habe. Bei Vittachi erwarte ich einen Krimi, zu finden im ersten Stock bei den Genre-Kollegen. Was der Rechner ausspuckt, ist ein Standort in der vierten Etage, unter “Esoterik” ;-) Der Buchtitel verleitete offensichtlich zu einer gnadenlos geradlinigen Verschlagwortung, ganz an Feng Shui ausgerichtet, gar nicht nach Detektiv. Vielleicht passt ja die Kua-Zahl von Vittachi besser zu 4 als zu 1? Aber das müssen die Fachleute herausfinden …

Ganz nebenbei traf ich auf einen türkischen Schriftsteller, den ich sofort für die kriminelle Europareise einsackte:

Türkei Celil Oker - Letzter Akt am Bosporus

Ruhiger Jahresstart

Der Januar startete lesetechnisch ruhig und gemächlich. Ich habe immerhin ein Weltreise-Buch begonnen, es aber über einige Tage hinweg nicht beendet. Kurkow schreibt in attraktiven Häppchen, die sich immer wieder auch in kürzeren Zeitabschnitten gut lesen lassen und einen schnellen Wiedereinstieg ermöglichen, aber die melancholische und triste Atmosphäre mag man gar nicht immer um sich haben - und zudem: Je länger ich las, umso mehr fragte ich mich, was der Pinguin in der Geschichte eigentlich soll. Wie man in der Rezension lesen kann, habe ich es bis zum Ende nicht herausbekommen.

Nun gut, ich musste das Buch lesen, weil die Freunde ihren Besuch angekündigt hatten, von denen ich mir das Buch ausgeliehen hatte (wie hier gebloggt).

Das nachfolgende Indien-Buch hingegen hielt mich mit Spannung und Lesespaß bei der Stange. Während ich Kurkows zweiten Pinguin-Band nicht wirklich erwartungsvoll lesen würde, würde ich mich um Cleverlys Commander Sandilands schon eher reißen.

Rezensionen
Indien Barbara Cleverly - Die Juwelen von Simla
Ukraine Andrej Kurkow - Picknick auf dem Eis

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