Archive für 23.10.2007

Fiktion & Wahrheit treffen sich

Ich bin im Zug unterwegs zur größten Fachmesse für Kunststoffverarbeitung und lese den Krimi “Der Zug aus Venedig” von Georges Simeneon. Und wo arbeitet die Hauptperson? Bei einem Kunststoffverarbeiter :-)

Zwischen Reise und Buch liegen mickrige 42 Jahre; ich bin Justin Calmar also leider nicht begegnet, aber ich konnte zumindest seine beruflichen Leiden auf der Suche nach besseren Einfärbungen, weniger Schlieren und langlebigerer Formtreue ganz gut verstehen.

Rezension
Belgien Georges Simenon - Der Zug aus Venedig

Über Simenon schreibt krimicouch:

Sein Lebenswerk umfasst mehr als 200 Romane, die durch Charakterstudien und Milieuschilderungen bestechen. Simenon war als Schnellschreiber bekannt. Für ein Manuskript benötigte er meist nur acht bis zehn Tage.

Drei bis vier Veröffentlichungen soll er im Jahr geschafft haben. Da staune ich, denn vom Hörensagen her scheinen auch in anderen Geschichten gut recherchierte Details zu stecken, so wie im vorliegenden Buch die Details zur Kunststoffverarbeitung. Wow, wie bringt man das alles unter einen Hut? Simenon scheint mir zu denen zu gehören, die keine seitenlangen Beschreibungen benötigen, um charakteristische Aspekte einer Arbeit oder der Atmosphäre am Arbeitsplatz zu schildern. Aber er wusste, worauf es ankam und wie man das Milieu richtig zusammensetzt - ohne den Leser mehrere Abschnitte lang mit angelesenem Wissen zu umgarnen. Soweit jedenfalls mein Eindruck und den werde ich bei Gelegenheit in anderen Werken testen.

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