Archive für Mai 2007

Der Griff in Nachbars Garten…

…sozusagen. Am Wochenende besuchten wir Freunde und das Damenprogramm bestand Sonntag Abend im gemeinsamen Beklatschen des Bücherregals. Die Erzählung von meiner Lesereise sorgte dafür, dass ich sofort zum Bücherregal eskortiert wurde - was steht dort? Was war bemerkenswert und wo kommen all die Autoren her?

Letztlich, nach ausführlichen Beratungen, staubte ich eine absichtlich groß gewählte Tüte mit Büchern ab - was zu ausführlichen Kommentierungen Anlass gab, als ich mit der Beute wieder im Wohnzimmer aufkreuzte *tsts* Dabei waren nur vier Bücher drin:

Finnland Arto Pasilinna - Ein Bär im Betstuhl
Belgien Georges Simenon - Der Zug nach Venedig
Japan Haruki Murakami - Naokos Lächeln
Ukraine Andrej Kurkov - Picknick auf dem Eis

Belgien und Finnland hatte ich ohnehin vorgesehen und auch wenn die Titel nicht die ursprünglich vorgesehenen sind, decken sie immerhin die Reiseroute ab. Mit der Ukraine und Japan gerate ich wieder in neues Fahrwasser: Es wird nicht bei den geplanten 30 Ländern bleiben!

Für robuste Seelen

Einen kurzen Trip nach Österreich (Non-Fiktion) habe ich für eine Parallelreise nach Afrika (Fiktion) genutzt:

Rezension
Kenia Meja Mwangi - Nairobi, River Road

Der kenianische Alltag in der Stadt ist nur was für robuste Seelen. Wie sagte Ben, die Hauptperson, sinngemäß: Bakterien kriegen einen Afrikaner nicht tot. Aber Autos und Hunger, die schaffen das.Heftiger Tobak jedenfalls und ein Buch, das mich beeindruckt hat.

Außerdem hatte ich die Gelegenheit, ein wahres Fundstück zu lesen: Ich habe einen Teil der Bücher ja einfach in meine Weltreise aufgelistet, weil es sie gab - ohne Rücksicht darauf, ob und wo ich sie bekommen würde. Das hat zu mancher Umbuchung geführt, weil keine Bibliothek einen speziellen Titel zur Verfügung stellen konnte. Das Buch aus Chile jedoch fand ich zufällig in einem Antiquariat - mit dem fassungslosen Erstaunen “Das gibt’s doch gar nicht, welch ein Zufall!” wurde das Buch selbstverständlich mitgenommen.

Rezension
Chile Ramón Díaz Eterovic - Kater und Katzenjammer

Alles neu macht der Mai

Damit auch wirklich alles neu erscheint ;-) liefere ich gleich drei Bücher ab.

Speziell das u.g. Werk der Britin Muriel Spark musste ursprünglich auf den SUB, weil es auf der Liste der Worstseller des Jahres 2006 gelandet war. Ganze sechs Exemplare verkauften sich. Wobei aber auch klar war, dass kein Verlag wagen würde, misslungene Griffe neueren Datums zu benennen (die Erstveröffentlichung in Deutschland erfolgte 1982!) - aber egal, die Neugier war geweckt.

Nagib Machfus war mir in der hiesigen Bibliothek aufgefallen, weil die drei seiner Bücher ausgemustert hatten und diese gleich an der Garderobe - bestens sichtbar - angeboten wurden. Recherchen im WWW ergaben: Ägypten, Nobelpreisträger. Beuteschema voll erfüllt => einsacken!

Bill Bryson wiederum stand ohnehin auf dem Bücherregal und was ihn attraktiver machte als andere USA-Autoren, war die Tatsache, dass er jahrelang im Ausland gelebt hatte und selber gerne und viel reist. Ein reisender Autor für eine literarische Weltreise passt ganz hervorragend!

Rezensionen
USA Bill Bryson - Streiflichter aus Amerika
England Muriel Spark - Vorsätzlich Herumlungern
Ägypten Nagib Machfus - Die Reise des Ibn Fattuma

Fundstück-Telegramm

Heute ganz kurz:

Bummel in Konstanz STOP Remittendentisch STOP Bjarne Reuter gefunden STOP bekommt zweite Chance für gümstige 3,50 EUR STOP war ja von Das Zimthaus nicht so begeistert STOP Dänemark kommt zur Reiseroute hinzu STOP Gruß Bettina

Doppelte Buchtitel

Das Phänomen kennen wohl die meisten: Früher oder später doppeln sich Buchtitel und zwei unterschiedliche Werke von unterschiedlichen Autoren tragen denselben Namen. Unter dem Titel Die Insel wurden bei amazon schon stolze sechs verschiedene Bücher gefunden; unter dem Titel Die Rebellin sind immerhin zwei Bücher erhältlich. Nun gut, die Titel scheinen ja auch recht gängig zu sein - so jedenfalls meine Vermutung.

Bis ich an den Titel Unter dem Frangipanibaum stieß. Ein Buch dieses Titels hatte sich eine andere Weltreisende gewählt und plötzlich gab es ausgerechnet das doppelt. Die Autoren:

    Celestine H. Vaite wurde 1966 in Tahiti geboren und lebt seit den 1980er Jahren mit ihrem australischen Mann in Australien.
    Ihr Originaltitel: Breadfruit
    António Emílio Leite Couto, genannt Mia Cuoto, wurde 1955 in Mosambik geboren.
    Sein Originaltitel: A Varanda do Frangipani

Also dass man zwei Bücher mit diesem exotischen Titel findet, aus zwei relativ exotischen Leseländern, das finde ich genitös. Es geht mir einfach nicht in den Kopf, auch nicht nach einem Bier ;-) dass so ein Zufall bei diesem ungewöhnlichen Titel passiert. Würde mich bei einigen anderen Titeln ja nicht wundern. Aber bei Frangipanibäumen ist das eine Leistung. Mich jedenfalls macht dieser Zufall auf beide Bücher sehr neugierig :-)

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