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Knallrot angemalt

ist fast der gesamte nordamerikanische Kontinent. Kunststück! Denn auch, wenn noch Grönland noch fehlen, so habe ich mit Canada, den USA und Mexiko die drei Schwergewichte bereist, die dem Kontinent auf der Weltkarte die satte Farbe geben. Allerdings kann ich nicht behaupten, dass meine beiden letzten Ziele, Mexiko und Canada, nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben.

Mit Douglas Coupland (für Canada) hatte ich zu einem Autoren gegriffen, der mir wegen Generation X ein Begriff war. Allerdings hatte ich keine konkreten Erwartungen außer der, dass ich zu einem hoffentlich guten Buch greife. Dem war nicht so, weil ich in einem knallbunten Kosmos gelandet bin, in dem mir die Orientierung fehlte. Auch mit ein wenig Abstand zur Lektüre kann ich nicht mehr mit dem schrägen Plot anfangen.

Mexiko kam mit einem Zufallsfund ins Rennen, denn das Buch von Martha Cerda lag auf einem Remittendentisch. Oft erlebe ich bei solchen Funden positive Überraschungen. Nicht aber hier, denn mysthische Erzählungen mit unerklärlichen Phänomenen und Zeitsprüngen, die sich nicht zusammenreimen, sind nicht mein Fall.

Rezensionen
Mexiko Martha Cerda - Das Leben ist ein Bolero
Canada Douglas Coupland - Alle Familien sind verkorkst

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Aktuelle Buchbestellungen

So schnell kann das gehen: In der heutigen Ausgabe unserer Tageszeitung rezensierte die Kulturredakteurin kein Werk, das seit Erscheinen in jeder Buchhandlung steht. Sondern eines, was in einem richtig kleinen Verlag erscheint (Edition Kathmandu), aber ganz offensichtlich führt das Buch die Bestenliste “Weltempfänger” an, eine Bestenliste, die auf unbekanntes literarisches Terrain aufmerksam machen will. Was könnte besser passen zu einem Leseprojekt, das sich demselben Ziel widmet?

So fix und spontan habe ich - glaube ich - noch nie ein Buch nach dem ersten Kontakt damit bestellt. Wer ist der Glückliche? Es dreht sich um ein Buch aus Nepal und das ist definitiv ein weißer Fleck auf der literarischen Landkarte. Nicht nur der meinen, ich wette fast, dass das 97,36541 % aller anderen Leser hier auch so geht. Bestellt habe ich:

Samrat Upadhyay - Der Liebesguru

Auch drei andere Exoten finden in Kürze den Weg zu mir. Die Philippinen werden vertreten von William Marshall mit “Manila Bay”, Indonesien kommt in Gestalt von Pramoedya Ananta Toer mit seinem Buch “Spur der Schritte” und Yvonne Vera schickt mit “Eine Frau ohne Namen” ein Buch für Zimbabwe ins Rennen.

So eine Weltreise kann ich inzwischen aus zwei Gründen empfehlen. Der Lesespaß ist nämlich nur ein Teil davon. Mindestens ebenso viel Spaß macht die Suche nach Büchern, die in all den Ländern dieser Welt spielen.

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Pleite in Polen

Ein dünnes Büchlein kann noch dünner werden, wenn man ohnehin nur die Hälfte davon liest. Genau das ist mir mit dem Beitrag für Polen passiert. Ich habe durch Zufall ein Bändchen mit Novellen von Cyprian Norwid in meinem Besitz gefunden und das für die Weltreise adoptiert. In diesem Fall hat sich die Adoption nicht gelohnt, weil die Texte überhaupt nicht auf meiner Wellenlänge lagen. Es hat sich auch noch gelohnt, dass Büchlein überhaupt jahrelang treusorgend von einer Wohnung in die nächste umzuziehen.

Norwid ist ein Dichter des 19. Jahrhunderts (*1821, +1883), dessen Werk zunächst in Vergessenheit geriet und erst Ende des 19. Jh. wieder auftauchte und erneut veröffentlicht wurde. Ach, sollen andere dieses Werk entdecken, ich lasse die Finger davon. Ob Polen wie Island oder die Schweiz noch eine zweite Chance bekommt, hängt davon ab, wie gut ich zunächst in andere Länder reisen kann.

Rezension
Polen Cyprian Norwid - Das Geheimnis des Lord Singelworth

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Doppelpasch

Wirklich bemerkenswert: Manchmal kommt man wochenlang nicht weg vom Fleck, danach sammelt man innert kürzester Zeit Lesemeilen wie verrückt. Bei mir ging der Flug zunächst in die Türkei, von dort nach Neuseeland und vom anderen Ende der Welt ging es mit einem Zwischenstopp in der Elfenbeinküste wieder nach Hause.

Der Türkei war ja bereits mein voriger Eintrag gewidmet. Mit Neuseeland betrat ich - zumindest literarisch gesehen - kein Neuland, da ich Ngaio Marsh schon als Kind gerne gelesen habe und für diese Reise gerne bei ihr Station gemacht habe. Ich wüsste keinen Krimi von ihr, der in Neuseeland spielt, aber der Geburtsort zählt…

…wie auch bei meinem Abstecher in die Elfenbeinküste, den ich in Begleitung von Ahmadou Kourouma gemacht habe. Ich hatte in der Bibliothek ein Hörbuch aus der Reihe “Afrika erzählt” ergattert und das war eine gute Wahl. Kourouma ist wie seine Titelperson Koyaga beim Militärdienst gewesen, eben auch in Indochina. Koyaga selbst gerät durch ein Missverständnis zum Militär: In der Sprache der Malinké kannte man nur ein Wort für Kampf, Streit und Krieg. Für Koyaga also selbstverständlich, dass er sich als unerschrockener Kämpfer bei den Franzosen behaupten muss. Den Unterschied lernt er schnell und er überlebt im Gegensatz zu vielen Kameraden die Einsätze.

Kourouma hat mit seiner kritischen Haltung lange im Exil gelebt. Nach der Geburt in der Elfenbeinküste und der Schulzeit in Malilebt er nach 1964 im Exil in Algerien, Kamerun und Togo, bevor er wieder in die Heimat zurückkehren darf. Kourouma erhält u. a. den  Grand Prix littéraire de l’Afrique noire und den Prix Renaudot. Seit 2004 gibt es übrigens einen Preis, der Kouroumas Namen trägt: Der Prix Ahmadou Kourouma vom Internationalen Salon des Buches und der Presse in Genf verliehen. Ausgezeichnet wird ein Roman oder Essay, der sich mit dem Afrika südlich der Sahara befasst - so die Ausschreibung.

Rezensionen
Elfenbeinküste Ahmadou Kourouma - Die Nächte des großen Jägers
Neuseeland Ngaio Marsh - Ouvertüre zum Tod

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Ausflug nach Anatolien

Jüngst konnte ich einen kurzen Abstecher nach Anatolien absolvieren. Ein kurzes Büchlein, das die Bibliothek doppelt hatte und für einen Franken abgab. Und dann das: Das Buch ist vom Autor signiert! Da hat sich die Bibliothek vom falschen Exemplar getrennt, glaube ich *g* Als ich das Buch vor einigen Tagen weitergab, verursachte der Autorenname ein kurzes Kichern: “Das ist der Mann von einer Bekannten…” So klein ist die Welt also.

Wie im vorigen Posting geschildert, gehört das Buch zum Katalog des Reisebüros für die kommenden Wochen auf meiner Weltreise und  mit dem Abstecher in die Türkei habe ich zugleich von der Region “Asien & Naher Osten” alle ursprünglich vorgesehenen fünf Länder der Route belesen.

In Epsioden erzählt das Buch davon, wie eine Anklage gegen einen jungen Imam einigen Dörfern indirekt etwas Gutes tut und ihnen eine Wasserleitung beschert. Mit reichlich Irrungen und aalglatt geht es beileibe nicht ab. Es würde hier vermutlich auch nicht schneller gehen, die Windungen wären nur andere, glaube ich.

Rezension
Türkei Yusuf Yeşilöz - Der Imam und die Eselin

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Reisebüro Bleisatz

Das Reisebüro Bleisatz hat zum dritten Jahrestag der Weltreise den neuen Katalog ausgepackt:

Weltkarte: 20 künftige Reiseziele

Insgesamt zwanzig Länder buhlen im Katalog um meine Gunst. Doch ist die Weltkarte ganz schön irreführend, denn einige Länder sind dabei, die sind gerade mal ein Pixelchen groß (wie der Vatikan, Trinidad & Tobago oder Tahiti) oder erscheinen gleich gar nicht auf der Karte (wie Kiribati). Man muss schon eine etwas größer aufgelöste Karten von Polynesien nehmen, um festzustellen, wo die Inselchen im Pazifik liegen (z. B. bei Wikipedia) und stellt dann fest, dass da verflixt viel Wasser ist, aber dass da auch mehr Inselchen sind, als man je gedacht hat.

Zu den Reisezielen gehören:
Pakistan, Bangladesh, Mexico, Uruguay, Türkei, Costa Rica, Österreich, Südafrika, Trinidad & Tobago, Vatican, Polen, Dänemark, Kiribati, Sao Tomé und Prinicpe, Canada, Tahiti, Aserbaidschan, Färöer, Grönland, Neuseeland, Elfenbeinküste.