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Doppelfahrt nach Afrika

Zwei Bücher kurz hintereinander brachten mich nach Afrika: In den Benin und nach Nigeria, Nachbarländer also.

Im Benin war ich mit der Fotografin Ada Simon unterwegs, die dort für Reportagen fotografieren soll. Sie spricht fließend französisch, die Amtssprache des Landes, begegnet aber immer wieder Menschen, die sich auf Fon unterhalten. Gerade im Süden ist dieses Volk dominierend, doch Fon spricht Simon selber nicht. Ein Foto an einem Telefongeschäft zeigt, wie die Sprache geschrieben aussieht. Rund 60 Sprachgruppen machen Sprachwissenschaftler im Land aus.

Im Vergleich mit anderen afrikanischen Ländern sieht der Benin winzig aus. Dabei steckt die Größe schon irgendwie zwischen der Portugals und der Griechenlands und mit beiden Ländern teilt sich der Benin auch eine vergleichbare Bevölkerungszahl von ca. 10 Millionen Einwohnern.

Im Nachbarland Nigeria war ich auf der Spur der Scammer unterwegs. Ein Land, in dem übrigens rund 500 Sprachen gesprochen werden - unglaublich. Die Sprache der Vorschussbetrüger ist im Westenlichen englisch, versteht sich, und wie es der Zufall wollte, erhielt ich just während der Lektüre dieses Buchs mehrere Mails, die mir ebenfalls Gewinne in Millionenhöhe versprachen, wenn ich nur die Gelegenheit ergreifen und irgendwelche Gelder auf ewig nicht bedienten Konten retten würde. In Nigeria gibt es ein Gesetz mit der Nummer 419, das diesen Betrug unter Strafe stellt. Daher werden die Betrüger auch schon mal als 419er bezeichnet.

Rezensionen
Benin Lena Blaudez - Spiegelreflex
Nigeria Adaobi Tricia Nwaubani - Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy

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Bangkok für Nicht-Touristen

Thailand gilt als absolutes Traumziel für Fernreisende. Aktuell könnte man zum Beispiel ab 1700 Euro am Changlang Beach (Foto) in einem 5-Sterne-Resort unterkommen. Nicht ganz das Revier von Vincent Calvino, einem US-amerikanischen Privatdetektiv, der in Bangkok lebt. Das tut er gemeinsam mit rund 7 Millionen anderer Einwohner und solche eine Metropole hat ausreichend Schattenseiten. Mit Calvino geht es in diesem Buch in die Slums (10% der Einwohner von Bangkok leben ins Slums) und die Vergnügungsviertel für die Ausländer. Unter denen hat der namensgebende Nana Plaza einen bekannten Status.

Von den herausragenden Sehenswürdigkeiten Bangkoks ist bei Calvino keine Rede. Dabei wäre die Tempelanlage Wat Phra Kaeo absolut sehenswert. Doch dafür gibt es keine Gelegenheit, denn der Job des Privatdetektivs dreht sich um Cybersex und Bars voller Mädchen; die Bar-Adressen kursieren mit Fotos dekoriert auf einschlägigen Webseiten. Wikipedia meint, dass just in Thailand der Anteil der Touristen an der Gesamtzahl der Kunden der Prostituierten relativ gering sei, doch besser macht das die Sache nicht und außerdem gibt es noch die hässliche Begleiterscheinungen wie Korruption, Menschenhandel, Krankheiten und Kinderprostitution.

Rezension
Thailand Christopher G. Moore - Nana Plaza

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Da vergeht der Appetit

wenn in der Knochenmühle der Grillstation Löschenkohl Menschenknochen auftauchen. Grrrrruselig. Mit so etwas schlägt sich Simon Brenner herum. Mir wären Nockerln, Kaiserschmarrn oder Ähnliches doch lieber. Aber vielleicht hätte man im Löschenkohl in diesem Fall noch das Mehl zum Strecken der Zutaten benutzt. Grrrrruselig.

Damit keiner aus Furcht  vor dem österreichischen Essen verhungert, hier die unverfälschte Alternative zum Hendl vom Löschenkohl:

KAISERSCHMARRN
3 Eier
500 ml Milch
1 TL Zucker
1 Prise Salz
350 g Mehl
Rosinen
etwas Sprudel
30 g Butter
Puderzucker

Eigelb vom Eiweiss trennen. Die Milch mit dem Eigelb, Zucker und Salz in eine Rührschüssel und mit dem Schneebesen gut verrühren. Das Mehl unter ständigem Rühren einstreuen, bis eine dickflüssigere Masse entsteht und dann die Rosinen einrühren (man kann sie weglassen, aber MIT schmeckt der Schmarrn einfach besser - oder Apfelstückchen …. lecker!!). Ein Schuss Sprudel sorgt dafür, dass der Schmarrn lockerer wird. Das Eiweiss zu Schnee schlagen und unterheben und zum Schluss kommt die geschmolzene Butter dazu.

Den Teig lässt man in der Pfanne, bis die Unterseite fest ist, dann wird mit einem Pfannenwender geteilt und gewendet. Erst dann wird der Schmarrn mit Gabeln zerrissen und fertig gebraten. Zur Dekoration mit Puderzucker bestreuen.

Zum Nachtisch:

Rezension
Österreich
Wolf Haas - Der Knochenmann

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Naurus Nachbarn

habe ich im Anschluss besucht: Die Solomonen. Ich gebe zu, bei diesem Reiseziel zählt nicht der Autor, sonder nur der Schauplatz: Eigentlich dreht es sich im Buch einer amerikanischen Autorin um amerikanische Broadway-Schauspielerinnen. Doch die waren im 2. WK tatsächlich in der Südsee unterwegs, um den dort stationierten Soldaten mit Shows Motivation und Unterhaltung zu bringen. Organisiert wurde das von der USO (United Service Organizations), die 1941 gegründet wurde. Die USO ist bis heute aktiv.

Die Solomonen, eine Inselgruppe im Pazifik, waren Schauplatz intensiver Kämpfe zwischen den USA und Japan war. Ganz in der Nähe des Buchschauplatzes Tulagi fand zuvor eine lange Schlacht um die Insel Guadalcanal statt und auch im Buch gehören Passagen über immer wieder stattfindende Gefechte zum Geschehen. Mehr als 40 Schiffe sind während des Krieges nördlich von Guadalcanal versenkt worden und die einst Savo Sound genannte Meerenge heißt seither Ironbottom Sound.

Rezension
Solomonen Kathryn Miller Haines - Miss Winter lässt nicht locker

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21 Quadratkilometer

groß war eines meiner jüngsten Reiseziele. Ganz so lange wollte ich also doch keine Reisepause machen. Ich beginne am besten mit der Anreise dorthin:

Der einladende Autor erzählt, dass schon der Kauf der Tickets abenteuerlich war, weil keiner so recht wusste, wohin er wollte. Als die Tickets dann da waren, ging es von Frankreich erst nach Australien, dann auf die Fidschis. Dort wurde der Flieger voll gepackt mit Menschen und Gütern gleichermaßen und dann ging es nach einem Zwischenstopp auf Kiribati zum Ziel. Der Flieger geht im Anschluss noch auf die Salomon Islands, bevor er auf die Fidschis zurückkehrt. Wie das Ziel heißt? Zum Mitschreiben: NAURU!

Diese winzige Insel war dank des Bodenschatzes Phosphat (wichtig für Dünger) einst ein echtes Wirtschaftswunderland, das aber vor lauter Wunder die Realität vergessen hat. Die Insel schwamm im Geld und keiner hat auch nur ansatzweise wahrhaben wollen, dass Geld nicht unendlich ist - und dass letztlich auch die mickrige Insel nicht ewig Phosphat würde hergeben können. Beim Ausgeben haben schlechte Ratgeber aus dem Auslad tatkräftig geholfen, denn die hatten vorrangig vor, ihre eigenen Geldbeutel auf Naurus Kosten zu füllen.

Alles in allem hat der Franzose Luc Folliet eine sehr spannende und lehrreiche Geschichte recherchiert. Ich finde es absolut lesenswert, über wirtschafltiche Spinnereien zu lesen, die in ähnlicher Form immer wieder passieren und auch aktuell zu passieren scheinen. Da Nauru so unbekannt ist, lässt sich schwerlich sagen, ob jemand was aus dem Fall dieses Staates lernt. Doch wäre es wirklich anders, wenn Nauru bekannter wäre?

Rezension
Nauru Luc Folliet - Nauru, die verwüstete Insel

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Ich brauche eine Pause

weil meine letzten Reisen nach Portugal und Südafrika wirklich beide kurz vor dem Kollaps gestanden haben. Zweimal hintereinander standen beide Lektüren wegen Langeweile kurz vor dem Abbruch. Nun schiffe ich mich kurzerhand erst einmal nach Frankreich und nach Italien ein, bevor ich mich an neue Ziele mache.

Vorhanden sind eine Menge, vor allem die aus der Bibliothek haben gerade Vorrang, da ich nicht beliebig verlängern kann. Nach dem Füllen meiner Leselusttanks stehen der Libanon, Georgien sowie die Mongolei zur Auswahl.